Smartphone-Panzer im Test: Outdoor-Handy Archos 50 Saphir ausprobiert

Ein Begleiter für den Abenteuerurlaub?

Archos 50 Saphir Titelbild

Das Archos 50 Saphir ist so robust wie ein Panzer. Das zusammen mit den Outdoor-Spezialisten von Logic Instrument entwickelte Smartphone trotzt im Test Stößen, Stürzen, Hitze, Kälte, Schmutz, Staub und Wasser. Dafür offenbart es eine andere Schwäche, die so nicht erwartbar war.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Ausstattung und Bedienung
  3. Sprachqualität
  4. Akkulaufzeit
  5. Kamera
  6. Preis und Verfügbarkeit
  7. Fazit & Alternativen
  8. Datenblatt

Dieses Smartphone nimmt es mit den Naturgewalten auf. Dem Archos 50 Saphir machen dank seines dicken Gummimantels Stöße, Stürze, Hitze, Kälte, Schmutz, Staub und Wasser nicht viel aus. Der ideale Begleiter für den Abenteuerurlaub? Finden wir es gemeinsam heraus.

Design und Verarbeitung

Optisch ist das Archos 50 Saphir kein Augenschmaus. Während bei Samsungs Xcvoer-Serie oder den CAT-Modellen in den vergangenen Jahren das klobige Äußere, einem schlankeren Design gewichen ist, ist das Archos 50 Saphir ein Outdoor-Smartphone, wie man es sich vorstellt. Mit 13,9 Millimetern ist es fast doppelt so dick wie das iPhone 7 Plus, und mit einem Gewicht von 217 noch einmal gut 20 Gramm schwerer als das Apple-Smartphone.

Das dürfte viele Nutzer auf den ersten Blick abschrecken. Tatsächlich waren wir im Test aber überrascht wie gut das 50 Saphir in die Hosentasche einer handelsüblichen Männerjeans passt. Hier fällt das 5-Zoll-Smartphone nicht stärker auf als jedes andere aktuelle Smartphone. Im Rahmen des Archos-Smartphones wechseln sich zudem Vertiefungen mit genobbten Stellen ab. Für die Finger ergeben sich so viele Griffpunkte, wodurch das Gerät trotz seiner Dicke gut in der Hand liegt.

Der dicke Kunststoffpanzer des Archos 50 Saphir schützt das Smartphone laut Hersteller gegen Stürzen aus bis zu einem Meter Höhe, das können unsere Tests bestätigen. Allerdings gilt dies nicht für Stürze aufs Display. Hier kommt nämlich als Displayglas nur das handelsübliche Corning Gorilla Glas 4 zum Einsatz, das keinen Stoßschutz besitzt. Gemäß IP68 ist das Gehäuse auch staub- und wasserdicht. Sogar ein Untertauchen für bis zu 30 Minuten ist für das Smartphone kein Problem. Vorausgesetzt ihr habt die Schutzkappen am USB- und Kopfhöreranschluss sowie beim SIM-Slot geschlossen. Diese sind aus unserer Sicht eine Schwachstelle des Outdoor-Smartphones. Mit der Zeit können die Kappen porös werden oder bei Unachtsamkeit abreißen. Dann ist der Schutz vor Staub und Wasser nicht mehr gegeben. Zudem nervt es im Alltag schnell, wenn ihr zum Laden oder Musik hören immer wieder die Kappen öffnen und schließen müsst. Das Abdichten von Anschlüssen auf diese Art und Weise gilt bei Outdoor-Smartphones als veraltet, mittlerweile nutzen Hersteller hierfür andere Techniken.

Erste Bilder zum Archos 50 Saphir

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Gefertigt wurde das Archos 50 Saphir übrigens in Kooperation mit Logic Instrument. Die Archos-Tochter fertigt Tablet-PCs und Notebook für den industriellen und militärischen Einsatz.

Ausstattung und Bedienung

Das Archos 50 Saphir bietet für die Preisklasse eine nur durchschnittliche Ausstattung. Der Bildschirm löst nicht in Full HD, sondern nur in HD auf, was bei einer Größe von fünf Zoll aber nicht sonderlich ins Gewicht fällt. Als Prozessor fungiert der Quad-Core-Chip MTK6737VWT von MediaTek. Er taktet im Archos 50 Saphir mit 1,5 Gigahertz und kann Daten in einem zwei Gigabyte großen Arbeitsspeicher ablegen. Die Performance reicht für das Tagesgeschäft, eine Gaming-Maschine ist das Outdoor-Smartphone aber nicht. Auch bei aufwendigeren Aufgaben wie Navigation müsst ihr mitunter mit einer kleinen Wartezeit rechnen.

Der Gerätespeicher fasst 16 Gigabyte, knapp 10,5 Gigabyte stehen euch davon ab Werk zur freien Verfügung. Dieser kann per microSD-Karte um bis zu 128 Gigabyte erweitert werden. Dank Unterstützung für Adoptable Storage lässt sich die Speicherkarte auch mit dem Gerätespeicher zu einem Speicherraum zusammen fassen. Alternativ nutzt ihr den Speicherkartenslot als zweiten SIM-Slot. Allerdings kann die zweite SIM-Karte nur mit 3G-Geschwindigkeit ins Netz gehen. Das Funken im LTE-Netz ist der Hauptkarte vorbehalten.

Um dem SIM-und-Speicherkarten-Schlitten aus dem Archos 50 Saphir zu entfernen, benötigt ihr kein SIM-Tool. Der Schacht ist wie erwähnt nur mit einer Kappe verschlossen, die sich ohne Werkzeug öffnen lässt. Für das Herausziehen des Schlittens benötigten wir im Test jedoch eine Pinzette. Beim Einlegen einer Speicherkarte mussten wir zudem etwas sanfte Gewalt anwenden, da der Schlitten sich im Gehäuse verhakte.

Sprachqualität

Die Sprachqualität des Archos 50 Saphir bewegt sich auf dem Niveau anderer Geräte in dieser Preisklasse. Einen glasklaren Klang wie ihr ihn vom Festnetz her kennt, dürft ihr hier nicht erwarten. Stattdessen klingt eure Stimme und die der Gesprächspartner blechern und künstlich. Für kurze Telefonate ist dies aber vollkommen in Ordnung.

Beachtet allerdings: Das Archos 50 Saphir fasst nur Nano-SIM-Karten. Ältere SIM-Karten müssen zugeschnitten werden.

IFA 2016: Erste Bilder zum Archos 50 Saphir

Akkulaufzeit

"Beim Camping, Wandern oder der Kanutour ist der abenteuerlustige Franzose ohne externe Stromversorgung über Tage hinweg ein treuer Begleiter", verspricht Archos in seiner Pressemitteilung zum Smartphone. Möglich machen soll dies die hohe Akkukapazität. Satte 5.000 Milliamperestunden bietet der Akku, fast doppelt so viel wie aktuelle Top-Smartphones. Im Alltag führt dies zu einer überdurchschnittlichen Akkulaufzeit. Hier führt das Gerät unsere Bestenliste der Smartphones mit der längsten Akkulaufzeit an. Das PCMark ermittelt hier einen Wert von über 13 Stunden.

Doch unter widrigen Outdoor-Bedingungen war davon nur wenig zu spüren. Beim Campingausflug mit dem Archos 50 Saphir war die Akkuladung bereits am ersten Abend nahezu erschöpft. Die übrigen 30 Prozent reichen bestenfalls noch für einen halben Tag. So lange halten in der Regel auch die Akkus anderer Smartphones.

Die hohe Akkukapazität ist unterwegs zudem ein Nachteil. Steht keine Steckdose zur Verfügung lädt das Archos 50 Saphir nur quälend langsam auf. An unser Anker-Powerbank betrug die Ladezeit über 10 Stunden. In der Zeit hatten wir am zweiten Anschluss der Powerbank zwei andere Smartphones bereits aufgeladen. An der Steckdose verläuft der Ladeprozess dagegen überraschend schnell. Trotz des großen Akkus muss das Archos 50 Saphir nicht länger als die üblichen rund zwei Stunden an der Steckdose verweilen.

Kamera

Eure Abenteuer könnt ihr mit der 13-Megapixel-Kamera des Archos 50 Saphir festhalten. Wahlweise schießt ihr mit der 5-Megapixel-Kamera des Smartphones ein Selfie. Schnelle Bewegungen solltet ihr dabei aber vermeiden, denn die beiden Kameras fokussieren nur sehr langsam. Ist das Motiv einmal scharfgestellt, gelingen dennoch brauchbare Schnappschüsse - zumindest bei guten Lichtverhältnissen. Einige Beispielaufnahmen findet ihr in der folgenden Mediengalerie.

Archos 50 Saphir: Kamera-Samples

4 Bilder
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Preis und Verfügbarkeit

Vorgestellt wurde das Archos 50 Saphir bereits auf der IFA 2016 in Berlin und sollte ursprünglich dann auch im Oktober desselben Jahres in den Handel kommen. Der Marktstart des Smartphones verzögerte sich aber in Deutschland bis Mitte Januar. Als unverbindliche Preisempfehlung gibt Archos 229,99 Euro an. Archos bewirbt das 50 Saphir mit diesem Preis als besonders kostengünstiges Outdoor-Smartphone. Tatsächlich spielt aber zum Beispiel auch das Galaxy Xcover 4 von Samsung in dieser Preisklasse.

Archos 50 Saphir: Fazit

Gut gepanzert, aber mit wenig Energie 5.9/10

Das Archos 50 Saphir gefällt im Test mit seinem robusten und dennoch handlichen Gehäuse. Eine Überraschung ist die Kamera. Bei vielen Outdoor-Geräten ist dies die Schwachstelle, beim Archos 50 Saphir verrichtet sie jedoch ihre Arbeit zufriedenstellend. Stattdessen enttäuscht der Akku. Von der 5.000-Milliamperestunden-Batterie hätten wir uns eine wesentlich längere Laufzeit erhofft. So bleibt das Archos 50 Saphir unterm Strich nur ein durchschnittliches Outdoor-Smartphone.

Das hat uns gefallen

  • Trotzt robusten Gehäuse handlich
  • brauchbare Kamera für Schnappschüsse

Das hat uns nicht gefallen

  • mäßige Akkulaufzeit
  • nervige Kappen zum Verschluss der Anschlüsse
  • mäßige Ausstattung
Testnote 5,9 von 10
Jan Kluczniok
Bewertet von Jan Kluczniok
7,0 / 10
Design und Verarbeitung
6,0 / 10
Ausstattung und Bedienung
6,0 / 10
Sprachqualität
4,0 / 10
Akkulaufzeit
7,0 / 10
Multimedia
Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde netzwelt von Archos zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

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Bestenlisten

Archos 50 Saphir wurde in folgende Smartphone-Bestenlisten einsortiert.

Archos 50 Saphir - Specs: Die technischen Daten im Überblick

Die nachfolgende Tabelle zeigt euch die wichtigsten technischen Daten des Archos 50 Saphir im Überblick. Eine detaillierte Auflistung findet ihr im technischen Datenblatt, um das Archos 50 Saphir mit anderen Smartphones zu vergleichen besucht unseren Handy-Vergleich.

Prozessor MediaTek MT6737
Display LCD IPS Color (16M) 720x1280px (5.0") 294ppi
RAM 2 GB
Gerätespeicher 16 GB
Akku 5.000 Milliamperestunden
Hauptkamera 13 Megapixel
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