BlackBerry Motion im Test: XXL-Akku und Update-Garantie

Mittelklassen-Smartphone mit Wasserschutz

BlackBerry Motion 8

BlackBerry ist bekannt für seine Tastatur-Smartphones. Die Touchscreen-Geräte des Herstellers waren dagegen bislang nur mäßig erfolgreich. Das soll sich mit dem BlackBerry Motion ändern. Im Test wirft das Smartphone statt einem Keyboard andere Qualitäten in die Wagschale - etwa einen XXL-Akku, eine Update-Garantie oder einen Wasserschutz nach IP67. Reicht das, um BlackBerry-Fans und solche die es werden wollen zum Kauf zu bewegen?

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Leistung und Ausstattung
  3. Software
  4. Sprachqualität
  5. Akkulaufzeit
  6. Kamera
  7. Preis und Verfügbarkeit
  8. Fazit & Alternativen

Bislang hörten die Mittelklassen-Smartphones des kanadischen Herstellers BlackBerry auf den Namen "DTEK". Damit ist nun Schluss. Der neueste BlackBerry mit einem Preisschild von unter 500 Euro heißt BlackBerry Motion. Die Namensgebung dürfte bei langjährigen BlackBerry-Fans Erinnerungen wecken. Einst firmierte der kanadische Handy-Hersteller nämlich unter dem Namen "Research in Motion", kurz RIM. Erst seit 2013 heißt die Firma wie die Smartphones. Gebaut werden diese seit dem vergangenen Jahr nicht mehr von BlackBerry selbst, sondern in Lizenz vom chinesischen Konzern TCL. Aus Kanada stammt nur noch die Software, die auf den Geräten läuft. Das BlackBerry Motion ist nach dem BlackBerry KeyOne das zweite BlackBerry-Smartphone, das TCL als Lizenznehmer in den Handel bringt. Zuvor hatte das Unternehmen aber bereits für BlackBerry die Modelle DTEK50 und DTEK60 produziert.

Die Anordnung der frei belegbaren Komforttaste und des Einschalters ist gewöhnungsbedürftig.
Die Anordnung der frei belegbaren Komforttaste und des Einschalters ist gewöhnungsbedürftig. (Quelle: netzwelt)

Design und Verarbeitung

Anders als das KeyOne bietet das BlackBerry Motion keine QWERTZ-Tastatur unter dem Bildschirm, es handelt sich auch nicht um ein Slider-Smartphone im Stile des BlackBerry Priv. Ein "klassischer Blackberry" ist das Motion also nicht. Bedient wird es über den 5,5 Zoll großen Touchscreen. Beim Bildschirm handelt es sich um ein herkömmlichen LCD mit einem Seitenverhältnis von 16:9. Ein randloses Edge-Display, wie es etwa das BlackBerry Priv bietet, sucht ihr hier vergebens. Unter dem Screen befinden sich ein Fingerabdrucksensor, der auch als Home-Taste fungieren kann, sowie zwei weitere Sensortasten, die mit den Funktionen "Zurück" und "Kürzlich verwendete Anwendungen" belegt sind. An der rechten Gehäuseseite finden sich in dieser Reihenfolge eine frei belegbare Komforttaste, der Einschalter sowie eine Lautstärkewippe. Diese Anordnung ist ungünstig. Denn im Test verwechselten wir, wie wohl viele Motion-Käufer, häufig Komforttaste und Einschalter. Besser wäre es, BlackBerry würde die Komforttaste an die linke Gehäuseseite verschieben.

Die QWERTZ-Tastatur ist zwar das Markenzeichen der BlackBerry-Smartphones, aber auch ohne dieses sticht das BlackBerry Motion mit seinem Design aus der Masse an Handys auf dem Markt hervor. Anders als bei den DTEK-Modellen verwertet TCL hier kein Design wieder, das zuvor bereits bei einem ebenfalls von TCL produzierten Alcatel-Smartphone zum Einsatz kam. Stattdessen weist das Motion ein individuelles Design auf. Die Basis für dieses stellt ein Aluminiumrahmen dar. Die Rückseite des Smartphones ist mit einer texturierten Kunststoffoberfläche überzogen. In Zeiten, in denen nahezu 95 Prozent der Smartphones mit Glas- oder Metallrücken erscheinen, darf die Materialwahl als ausgefallen bezeichnet werden. So strahlt das BlackBerry Motion auch ohne randloses Display oder andere Designspielereien einen gewissen Charme aus.

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In der Hand erinnert das Cover an die Kevlar-Rückseite des Motorola Razer und präsentiert sich als äußerst griffig. Das ist auch gut so. Denn das Handy zählt mit den Abmessungen 155,8 x 75,5 x 8,1 Millimetern zu den klobigeren Modellen. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die eher kantige Designsprache. Eine gewölbte Rückseite bietet das Testgerät zum Beispiel nicht, lediglich die Ecken des Smartphones sind leicht abgerundet. In die Hand schmiegt sich das Testgerät also nicht unbedingt. Sollte es einmal aus selbiger gleiten, ist dies jedoch kein Grund zur Panik. Der massive Aluminiumrahmen macht das Smartphone äußerst robust. Selbst ein kurzes Wasserbad macht dem Smartphone dank IP67-Zertifizierung nichts aus. Das Motion ist übrigens das erste BlackBerry-Modell mit einem wasserdichten Gehäuse.

Leistung und Ausstattung

BlackBerry verbaut im BlackBerry Motion dieselbe Hardware, wie im knapp 200 Euro teureren Modell BlackBerry Keyone. Ein High-End-Smartphone zum kleinen Preis wie etwa das OnePlus 5T ist das Modell deshalb jedoch nicht. Denn sowohl im Keyone als auch im Motion setzt BlackBerry auf Hardware der Mittelklasse. So kommt als Prozessor etwa der Octa-Core-Prozessor Snapdragon 625 von Qualcomm zum Einsatz, der zum Beispiel auch im bereits 2016 erschienen Motorola Moto Z Play steckt. Dem Prozessor stehen vier Gigabyte Arbeitsspeicher zur Verfügung.

Mit Spitzenmodellen wie dem Galaxy S8 kann das Motion im Benchmark-Test zwar nicht mithalten. Das Smartphone liefert aber eine solide Performance auf dem Niveau anderer Mittelklassen-Smartphones wie dem Samsung Galaxy A5 (2017) oder dem Motorola Moto X4. Selbst aufwendige 3D-Games wie PES 2018 brachten das Motion im Test nicht ins Schwitzen. Wer keinen Wert auf AnTuTu-Highscores legt, wird im Alltag daher kaum einen Unterschied zu höherpreisigen Smartphones bemerken.

Mau fällt im Vergleich zu anderen Mittelklassen-Smartphones die Speicherausstattung aus. Lediglich 32 Gigabyte Gerätespeicher verbaut TCL im Smartphone, von denen euch aber nach Abzug des vom System reservierten Speichers nur noch knapp 21 Gigabyte zur Verfügung stehen. Bei der Konkurrenz erhaltet ihr zum selben Preis mittlerweile häufig doppelt so viel Speicher, beispielhaft seien hier die Modelle Huawei nova 2, HTC U11 Life und BQ Aquaris X Pro genannt.

Eine Variante mit 64 Gigabyte Speicher gibt es nicht. Eine solche Variante bietet BlackBerry bislang nur vom Modell BlackBerry Keyone an. Wer gerne eine umfangreiche Musiksammlung auf dem Smartphone vorhält oder auf die Offline-Modi von Netflix und Amazon Prime Video zurückgreift, wird nicht um den Zukauf einer Speicherkarte herumkommen. Das Mobiltelefon fasst laut Hersteller microSD-Karten mit einer Kapazität von bis zu zwei Terabyte. Diese lassen sich mit der Funktion Adoptable Storage auch als Systemspeicher nutzen.

Software

Wie eingangs erwähnt zeichnet TCL für Design und Hardware des BlackBerry Motion verantwortlich. Das Betriebssystem liefert dagegen weiterhin BlackBerry selbst. Allerdings setzt der kanadische Hersteller hier nicht mehr auf das hauseigene BlackBerry 10, sondern auf Googles Android. Dieses ist auf dem BlackBerry Motion in der Version 7.1 Nougat installiert. Ein Update auf Android 8.0 Oreo ist geplant, einen Zeitplan für dieses nennt der Hersteller jedoch nicht.

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Des Weiteren verspricht BlackBerry monatliche Sicherheitsupdates für das Motion. Dies ist in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit. In der Mittelklasse erhalten die meisten Android-Smartphones, wenn überhaupt, Sicherheitspatches nur quartalsweise. Dass die Aussagen des Herstellers keine leeren Versprechen sind, zeigt ein Blick in den aktuellen Google Security Report. Hier wird BlackBerry lobend bei der Verteilung von Sicherheitspatches erwähnt.

Bei der installierten Version von Android 7.1 Nougat handelt es sich nicht um die von Google veröffentlichte Variante. BlackBerry hat das System hier und da angepasst und mit einer eigenen Nutzeroberfläche versehen. In diese sind viele Elemente des mittlerweile eingestellten BlackBerry 10-Systems eingeflossen. Zu nennen sind hier vor allem die Bildschirmtastatur, die bereits ab Werk ohne große Lernphase mit passgenauen Wortvorschlägen beim Tippen zu gefallen weiß, oder der BlackBerry Hub, eine Nachrichtenzentrale, in der ihr euch einen Überblick über eingegangene Nachrichten von Facebook, Twitter, WhatsApp und Co verschaffen könnt. Die App DTEK gibt euch zudem eine Einschätzung zum Sicherheitsstatus eures Gerätes und verrät, wie ihr die Sicherheit eurer Daten auf dem Gerät erhöhen könnt.

Sprachqualität

Neben Tastatur und hochwertiger Verarbeitung glänzten BlackBerry-Smartphones in der Vergangenheit mit ausgezeichneter Sprachqualität. Das Motion stellt hier eine Ausnahme dar. Im Test fiel die Sprachqualität nur durchschnittlich aus. Von kristallklaren Klang und natürlicher Stimmwiedergabe müsst ihr euch hier verabschieden, im Test klang die eigene Stimme und die der Gesprächspartner deutlich dumpfer als von anderen BlackBerry-Smartphones gewohnt.

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Wahlweise könnt ihr das Smartphone übrigens auch mit zwei SIM-Karten betreiben. Dann müsst ihr jedoch auf die Möglichkeit verzichten, den Speicher per microSD-Karte zu erweitern. Speicherkarten- und der zweite SIM-Slot sind nämlich kombiniert und können nur mit einer der beiden Karten belegt werden.

Akkulaufzeit

Das Prunkstück des BlackBerry Motion ist der Akku. Dieser bietet eine Kapazität von 4.000 Milliamperestunden. Das ist deutlich mehr als euch etwa das Samsung Galaxy S8 (3.000 Milliamperestunden) oder das Apple iPhone X (2.716 Milliamperestunden) bieten. In Kombination mit der genügsamen Hardware ergibt dies eine sehr lange Akkulaufzeit. Im Akku-Test von PCMark hielt das BlackBerry Motion 12 Stunden und 35 Minuten durch. Ein Spitzenwert! Zum Vergleich: Das Huawei Mate 10 Pro erreichte bei uns im Test es mit seinem 4.000 Milliamperestunden eine Laufzeit von 9 Stunden und 47 Minuten.

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Je nach Nutzungsintensität sind bei dieser Leistung eine Laufzeit von zwei bis drei Tagen ohne Stromzufuhr möglich. Wechseln könnt ihr den Energiespeicher leider nicht. Er ist wie bei allen BlackBerry-Modellen der vergangenen Jahre fest verbaut. Die letzten BlackBerry-Smartphones mit Wechselakku waren 2013 die Modelle Q10 und Z10. Ist der Akku einmal leer, muss das Motion aber nicht lange an der Steckdose verweilen. Dank Qualcomm Quick Charge 3.0 lässt sich die Batterie in knapp 105 Minuten wieder vollständig aufladen. Ein angesichts der Kapazität der Batterie akzeptabler Wert, allerdings lädt das Mate 10 Pro im Test knapp 15 Minuten schneller.

Geladen wird das BlackBerry Motion über den USB C-Port an der Unterseite. Dieser dient auch zum Datenaustausch zwischen PC und Smartphone. Leider kann das BlackBery Motion jedoch Daten maximal mit USB 2.0-Geschwindigkeit übertragen. Der USB C-Port des BlackBerry Keyone unterstützt dagegen bereits den schnelleren Datentransfer mit USB 3.1.

Kamera

Für Foto- und Videoaufnahmen bietet das Smartphone eine 12-Megapixel-Kamera auf der Rückseite und eine 8-Megapixel-Kamera auf der Frontseite. Mit einer Dual-Kamera wie das Huawei nova 2 oder das Moto X4 kann das BlackBerry nicht aufwarten. Größere Pixel sollen dafür bei der Hauptkamera für bessere Fotos bei schwachen Lichtverhältnissen sorgen. Im Test gelang dies jedoch nur bedingt. Bei Tageslicht liefert das BlackBerry Motion gute Fotos. Bei Dunkelheit und Dämmerung waren die Bilder noch brauchbar, wiesen aber dennoch ein deutliches Rauschen auf.

Wer Wert auf eine gute Smartphone-Kamera legt, für den ist das BlackBerry Motion keine schlechte, aber nicht die erste Wahl. In dieser Preisklasse gibt es bessere Geräte - etwa das Galaxy S7. Ihr könnt euch in der folgenden Mediengalerie selbst einen Eindruck von der Kamera des BlackBerry Motion verschaffen.

BlackBerry Motion: Kamera-Samples

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Preis und Verfügbarkeit

Das BlackBerry Motion ist seit Dezember 2017 in Deutschland im Handel erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers lautet 469 Euro. In Verbindung mit einem Laufzeitvertrag gibt es das Smartphone unter anderem bei der Deutschen Telekom und Vodafone zu kaufen. Aktuelle Angebote zum BlackBerry Motion (ohne Vertrag) findet ihr am Ende des Artikels. Die Angebote der Mobilfunkanbieter könnt ihr mit unserem Mobilfunktarif-Rechner vergleichen.

BlackBerry Motion: Fazit

Dauerläufer mit Update-Garantie 7.4/10

Im Test gefällt das BlackBerry Motion mit seiner langen Akkulaufzeit sowie die garantierten monatlichen Sicherheitspatches. Ob dies als Kaufargument ausreicht, müsst ihr entscheiden. Die Konkurrenz wirbt unter anderem mit mehr Speicher und Dual-Kameras.

Das hat uns gefallen

  • lange Akkulaufzeit
  • robustes Design
  • monatliche Sicherheitsupdates

Das hat uns nicht gefallen

  • kleiner Gerätespeicher
  • Sprachqualität nur durchschnittlich
  • keine Dual-Kamera
Testnote 7,4 von 10
Jan Kluczniok
Bewertet von Jan Kluczniok
8,0 / 10
Design und Verarbeitung
7,0 / 10
Ausstattung und Bedienung
5,0 / 10
Sprachqualität
10 / 10
Akkulaufzeit
7,0 / 10
Multimedia
Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde netwelt vier Wochen lang von BlackBerry leihweise zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

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9
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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, BlackBerry, Smartphone und BlackBerry Motion.

Das BlackBerry Motion wurde ursprünglich mit Android 7.1 "Android Nougat" ausgeliefert. Mittlerweile ist für das BlackBerry Motion die Version 8.1 "Android Oreo" verfügbar.

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