Vergleich: Die besten Cloud Office-Dienste im Test

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von Christian Rentrop
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Das Office in der Cloud ist kein Ideal mehr: Google hat es vorgemacht, Apple und Microsoft sind inzwischen nachgezogen. Alle drei bieten mehr oder weniger umfangreiche Cloud Office-Systeme an, die auch vollständig ohne weitere Softwareinstallation im Browser verwendet werden können. Hinzu kommen Exoten wie Collabora und Freethink Office: Sie präsentieren sich im Test sehr leistungsstark, sind aber nicht für jeden Zweck geeignet. Welches Cloud Office ist für euch das richtige? Ein Vergleich.

Welcher Cloud Office-Anbieter ist für euch der richtige?
Welcher Cloud Office-Anbieter ist für euch der richtige? (Quelle: Rawpixel/depositphotos.com)

Inhaltsverzeichnis

  1. Diese Vorteile bringt ein Cloud Office
  2. So testet netzwelt
  3. Unsere Empfehlung
  4. Alternative für Nutzer mit sensiblen Daten
  5. Das gilt es beim Einsatz eines Cloud Office zu beachten
  6. Testfeld im Überblick

Früher war Office-Arbeit einfach: Man hatte einen PC oder Mac im Büro oder zu Hause stehen, auf dem eine Office-Suite - in aller Regel Microsoft Office - installiert war. Die Daten blieben auf dem Rechner und wurden bestenfalls per E-Mail, Netzwerk, USB-Stick, CD-ROM oder gar Diskette ausgetauscht. Und wenn gearbeitet werden sollte, ging man eben zu diesem Rechner, um dort zu arbeiten. Heute ist das anders: Neben dem PC und Mac verfügen viele Anwender über eine ganze Phalanx von Geräten. Das Minimum sind PC und Smartphone, doch meist gibt es noch ein Tablet und nicht selten auch ein Notebook. Hier und da sogar mehrere Geräte aller Klassen. Auf allen Geräten könnt ihr arbeiten, doch die Synchronisation klassischer Office-Dateien zwischen klassischen Office-Einzelinstallationen ist über verschiedene Geräte hinweg nicht nur sehr aufwendig, sondern auch riskant: Was, wenn ihr aus Versehen drei Tage Arbeit an euer Bachelor-Arbeit verliert, weil ihr die falsche Datei gespeichert habt?

Diese Vorteile bringt ein Cloud Office

Genau an dieser Stelle kommen die zahlreichen Cloud Office-Dienstleister ins Spiel: Statt eine Datei wieder und wieder zwischen den Endgeräten auszutauschen, wird sie in der Cloud gelagert. Der Rechner, das Tablet oder das Smartphone laden sie von dort und speichern sie anschließend wieder dort ab. Die Vorteile liegen auf der Hand: Ihr arbeitet, egal mit wie vielen Geräten, nur noch an einer Datei, was das Risiko eines Datenverlusts minimiert. Gleichzeitig kümmert sich der Cloud-Anbieter um Backups. Und falls ihr gerade kein Gerät zur Hand habt, könnt ihr auch bequem in einem Internet-Café arbeiten, denn alle derzeit verfügbaren Cloud Office-Lösungen sind nicht nur Datenspeicher, sondern auch vollumfängliche Online-Office-Suiten. Dank inzwischen überall verfügbarer Breitbandanschlüsse, WLANs und mobilem Internet ist die Verwendung kein Problem mehr.

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Ein weiterer Vorteil von Office-Lösungen in der Cloud sind die geringen Kosten! In der Basis-Version sind fast alle Services kostenlos: Googles Cloud-Dienste sowieso, hier zahlt der Anwender nur für Speicher-Upgrades der ab Werk 15 Gigabyte für das gesamte Google-Konto eine kleine monatliche Gebühr. Gleiches gilt für Apple, das die iWork-Tools für Mac, iPhone und iPad inzwischen gratis im jeweiligen AppStore anbietet. Auch hier ist die Office-Suite voll umfänglich kostenlos nutzbar. Erst wenn mehr Speicher als die von Apple gratis bereitgestellten 5 Gigabyte benötigt werden, ruft Apple ähnliche Tarife wie Google auf: 50 Gigabyte kosten 99 Cent im Monat, 200 Gigabyte 2,99 Euro und für das Terabyte sind 9,99 Euro fällig. Etwas aus der Reihe fällt hier Microsoft: Zwar sind die Cloud Office-Lösungen im Rahmen des normalen kostenlosen Microsoft Live-Kontos ebenfalls gratis, doch wer ganz klassisch auch die Desktop-Programme setzen will, muss ein Abo oder eine Einzelsoftware kaufen.

Hinweis: Natürlich heißt "Cloud-Office" nicht automatisch, dass ihr immer im Browser arbeiten müsst: Microsoft und Apple konzentrieren sich mit Office 365 und iWork nach wie vor auf ihre Mobile- und Desktop-Apps. Die sind bei Apple kostenlos, bei Microsoft aber wie eh und je nur im Einzelkauf oder Abo zu haben. Die Cloud ist eine Art Ergänzung der schon seit Jahren am Markt befindlichen Office-Lösungen. Google hingegen setzt mit Google Docs auf eine möglichst reine Cloud-Lösung, ein Ansatz, den Google seit Jahren mit ChromeOS und dem Chrome-Browser verfolgt: Der Browser ist der Dreh- und Angelpunkt der Computernutzung, ein separates Desktop-Office ist nicht nötig. Dafür aber der Chrome-Browser, der für eine wirklich nahtlose Bedienung des Google Cloud-Offices immer vonnöten ist. Auf den technisch nach wie vor eingeschränkten Mobilgeräten stellt Google deshalb auch noch separate Apps zur Verfügung.

So testet netzwelt

Für diesen Vergleich haben wir uns neben den Lösungen der drei großen Anbieter Apple, Microsoft und Google noch das Angebot ThinkFree Office Online angeschaut. Der südkoreanische Dienst versteht sich als preiswerte Microsoft-Office-Alternative und konzentriert sich ebenfalls stark auf die (im Abo) angeschlossene Office-Suite Freethink Office NEO für den Desktop. Mobile-Apps gibt es ebenfalls, womit die Koreaner das gleiche Konzept wie Microsoft und Apple verfolgen, allerdings auf koreanischen und nicht auf amerikanischen Serverfarmen. Das Testfeld wird komplettiert durch Collabora Office. Die Cloud-Version von LibreOffice fällt etwas aus dem Rahmen. Die Software ist für Privatanwender kein Dienst im klassischen Sinne. Vielmehr muss Collabora in einer bestehenden selbstgehosteten Cloud-Lösung - etwa Owncloud - hinzugefügt werden. Anwender und Unternehmen, die das nutzen, müssen sich selbst um Server, Wartung und Backup der Office-Cloud kümmern. Dafür können sie sicherstellen, dass die Daten im Cloud-Office nicht irgendwo ins Ausland verschifft werden, um dort von Geheimdiensten und Industriespionen zerpflückt zu werden.

Wie wir testen

Unsere Tester verschaffen sich zunächst einen Marktüberblick und erfassen alle infrage kommenden Streaming-Dienste. Dabei werden neben marktführenden Anbieter auch kleinere Vertreter berücksichtigt. Aus dieser Masse an Diensten werden die aus Sicht der Redaktion relevanten Angebote einzeln getestet und die Testergebnisse gegenübergestellt. Zudem führen wir Hintergrundgespräche mit Entwicklern, Vertretern und Nutzern um den Service der Anbieter beurteilen zu können.

5
Dienste getestet
50+
Zeit aufgewendet

Alle fünf Dienste wurden einzeln getestet, dabei wurde der Leistungsumfang, die Bedienung, die Betriebssystem-Verfügbarkeit und das Preis/Leistungsverhältnis der Angebote mit jeweils bis zu zehn Punkten bewertet. Die Gesamtnote ergibt sich aus den Einzelnoten, der Tester konnte dabei jedoch eine Auf- beziehungsweise Abwertung um eine Note vornehmen - falls eines der Kriterien im Vergleich mit anderen Geräten besonders herausragend war. Wer wir sind, wie wir unsere Testgeräte beziehen und wie sich netzwelt finanziert, erfahrt ihr auf unserer Transparenzseite.

Der Leistungsumfang der getesteten Anbieter ist ähnlich. Die Office-Pakete bestehen immer mindestens aus einer Textverbeitung, einer Tabellenkalkulation und einer Präsentationssoftware, womit vermutlich 99 Prozent der User ausreichend ausgestattet sein dürften. Zudem sind die Office-Lösungen der großen Drei Google, Apple und Microsoft in die reguläre Cloud-Infrastruktur der jeweiligen Anbieter eingebettet. Das bedeutet, dass sich auch die anderen Cloud-Dienste weitestgehend nahtlos verwenden lassen, darunter E-Mail, Kalender, Adressbuch und Notizblock.

Die Ähnlichkeit der Cloud-Office-Dienste spiegelt sich dann auch in den Funktionen und der Bedienung wider: Denn das Set an Standard-Werkzeugen - Dateiverwaltung, Textsatz, Schriften, Tabellenbearbeitung, Effekte in Präsentationen, Import/Export und natürlich die Druckfunktion - ist überall weitestgehend identisch. Sogar Collabora und Freethink sind da nicht ausgeschlossen. Unterschiede ergeben sich vor allem in der Tiefe der Funktionalität, etwa der Zahl und Art der Schriftarten oder Möglichkeiten der Texformatierung und dem Einsatz von Fußnoten: Hier liegen Google und Microsoft weit vorne und gleichauf, die Vielzahl an Menüs und Funktionen im Browser-Office entspricht weitestgehend dem, was man von der Desktop-Version von MS Office kennt. Nicht so bei Apple: Zwar spiegelt die Cloud in Sachen Bedienung den Desktop und die Mobile-Apps. Doch der grundsätzliche Funktionsumfang des Office-Ökosystems ist geringer. Das allerdings ist durchaus im Sinne des iWork-Gedankens: Pages, Numbers und Keynote sollen kein professioneller Microsoft-Konkurrent sein, sondern ein "kleines" Office für Privatanwender.

Und wie sieht es mit den unterstützten Webbrowsern aus? Nun: Die Unterschiede sind inzwischen marginal: Microsoft Office 365 arbeitet in Edge genauso gut wie in Firefox, Chrome oder Safari. Das gleiche trifft auf Googles Office-Lösung zu. Und auch Apples iCloud macht sich wenig aus dem Browser, in dem es arbeitet. Was es allerdings gibt, sind herstellerspezifische Komfortfunktionen, etwa der automatische Login in die iCloud auf Apple-Systemen durch Kennzeichnung eines "sicheren" Rechners. Oder die Möglichkeit, auf eine Vielzahl von Add-ons zurückzugreifen, wie das in Chrome der Fall ist. Google fällt diesbezüglich ein wenig aus der Rolle: Manche Funktionen - etwa die Offline-Bearbeitung von Dokumenten - sind tatsächlich nur mit Googles hauseigenem Browser möglich. Auch die Außenseiter Freethink und Collabora schenken den Etablierten hier nichts: Die Oberflächen arbeiten sowohl in den von uns getesteten Desktop-Browsern, als auch auf Mobilgeräten ohne größere Probleme, auch wenn es hier und da, etwa bei der Druckfunktion, systemspezifische Unterschiede gibt, die jedoch marginaler Natur sind.

Unsere Empfehlung

Welcher Cloud-Office-Anbieter ist jetzt der beste? Der nahezu identische Funktionsumfang und die sehr ähnliche Preisgestaltung sorgen dafür, dass - wenn ihr ein Cloud-Office im Browser nutzen wollt - die Auswahl eines Anbieters relativ simpel ist: Wenn ihr sowieso ein Microsoft-Konto habt, benutzt einfach Office 365. Wenn ihr iPhone und Mac besitzt und deshalb ein iCloud-Konto angelegt habt, probiert es mit Apples Lösung, die als einzige ein kostenloses Gratis-Set praktischer Apps für Desktop und Mobilgeräte mitliefert. Wenn ihr Google-Nutzer seid, weil ihr Android-Plattformen verwendet, sollte Google Docs eure erste Anlaufstelle sein. Erst wenn euch die ein oder andere Lösung nicht zusagt, solltet ihr zu einem anderen Anbieter wechseln. Wie bei den Desktop-Lösungen gilt jedoch: Wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollst, was den Datenaustausch und die Kollaboration mit Dritten angeht, werdet ihr kaum an Microsoft Office 365 vorbeikommen, das den Business-Standard darstellt.

  • Apple iWork für alle Browser und Betriebssysteme
  • Bedienung identisch mit iWork-Apps für Mac & iOS
  • Vollständig kostenlos
  • Scheitert zum Teil an komplexen Dokumenten
  • US-Server
  • Für maximale Effizienz sind die iOS- und Mac-Apps nötig
  • Google setzt voll auf die Cloud - und Docs funktioniert überall
  • Zusätzliche Apps für Mobildevices
  • Einfache Synchronisation per Backup & Sync
  • Für vollen Funktionsumfang ist der Chrome-Browser nötig
  • US-Server
  • Zum Teil sehr unübersichtlich
  • Läuft in jedem Browser auf jeder Plattform
  • Oberfläche ähnlich Desktop-Office
  • Versionierung und gute Bedienbarkeit
  • Hier und da unübersichtlich
  • Verwendet in der Gratis-Version US-Server
  • Für volle App-Unterstützung kostenpflichtiges Abo nötig
Zum Testbericht 7.8

Einsteigerfreundlich, aber noch mit Schwächen.

Apples iCloud-Office iWork reift langsam aber sicher zu einer vollumfänglichen Online-Office-Umgebung. Die mit einem Apple-Konto vollständig kostenlose Lösung ist zwar einsteigerfreundlich, für User, die iWork als App nicht kennen, jedoch gewöhnungsbedürftig. Trotzem ist iWork eine gute Alternative für alle, die nur ab und zu ein Cloud-Office benötigen – egal ob unter MacOS, iOS, Linux, Windows oder Android.

Zum Testbericht 9.3

Ein gutes Cloud-Office

Insgesamt ist Google Docs ein leistungsstarkes Online-Office, dessen größter Vorteil darin liegt, dass es ausschließlich im Web stattfindet. Als Tools kommen der Browser und Googles Synchronisationsprogramme für Drive zum Einsatz. Docs arbeitet problemlos in allen mobilen Browsern, für Mobilgeräte gibt es zusätzliche Apps für mehr Komfort. Mit allen Funktionen nutzbar ist Google Docs allerdings nur, wenn der Chrome-Browser zum Einsatz kommt: Nur hier gibt es die leistungsstarken Plugins und Funktionen wie die Offline-Bearbeitung, die Docs zu einem vollwertigen Office-Programm für Windows, MacOS, Linux, Android und iOS machen.

Zum Testbericht 8.8

Wenn Cloud-Office, dann mit Microsoft.

Microsofts Office 365 kann auf ganzer Linie überzeugen: Wenn Cloud-Office, dann mit Microsoft. Durch Anbindung an OneDrive ist der Einstieg simpel, die Bedienung entspricht einem kompletten Gratis-Office im Browser. Der volle Funktionsumfang wird jedoch erst im Abo erreicht.

Alternative für Nutzer mit sensiblen Daten

Wenn ihr zu den Menschen gehörst, die Wert darauf legen, die volle Kontrolle über ihre Daten zu behalten, sind Cloud Office-Lösungen - und generell Clouds - keine gute Lösung für euch. In einem solchen Fall führt für euch kein Weg an Collabora vorbei. Denn alle anderen Cloud-Office-Anbieter im Testfeld lagern eure Daten in ihren Clouds auf ausländischen Servern, zumeist in den USA. Die Rechtssprechung dort ist zumeist nicht mit europäischen Datenschutz- und Informationskontrollstandards konform.

Collabora
Collabora Office

Datensicherheit auf Kosten des Komforts

Collabora ist LibreOffice in der Cloud und hebt sich mit seiner Datensicherheit von den Mitbewerbern ab. Die Bedienung ist einfach, zuvor mus die Cloud Office-Suite jedoch erstmal in Betrieb genommen werden - und das ist alles andere als trivial. Collabora richtet sich daher eher an Anwender mit technischen Kenntnissen oder Unternehmen, die aus verschiedenen Gründen erhöhten Wert darauf legen, die Kontrolle über ihre Daten zu behalten. Wer nur ab und zu Office-Dokumente in der Cloud bearbeiten will, dürfte bei Office 365 oder Google Docs deutlich besser aufgehoben sein.

  • Gute Integration in Owncloud
  • Guter Umgang mit OpenOffice- und MS Office-Dokumenten
  • Funktioniert in jedem Browser und ist Open-Source-Software
  • Korrektes Aufsetzen der technischen Basis setzt erweiterte Kenntnisse voraus
  • Geschwindigkeit deutlich geringer als bei kommerziellen Anbietern
  • Datensicherheit stark abhängig vom persönlichen Setup

Collabara ist da anders. Die Software ist für Privatanwender kein Dienst im klassischen Sinne. Vielmehr muss Collabora in einer bestehenden selbstgehosteten Cloud-Lösung - etwa Owncloud - hinzugefügt werden. Anwender und Unternehmen, die das nutzen, müssen sich selbst um Server, Wartung und Backup der Office-Cloud kümmern. Dafür können sie sicherstellen, dass die Daten im Cloud-Office nicht irgendwo ins Ausland verschifft werden, um dort von Geheimdiensten und Industriespionen zerpflückt zu werden. Wer den Einrichtungsaufwand von Collabora Office scheut, kann bei Microsoft gegen Aufpreis seine Daten ausschließlich auf Servern in Deutschland speichern lassen. Apple, Google und ThinkFree bieten keine derartige Option.

Das gilt es beim Einsatz eines Cloud Office zu beachten

Die Wahl eines Cloud Offices sollte wohlüberlegt sein, denn eine Verknüpfung der verschiedenen Dienste ist schwierig. Die Synchronisation von Daten ist immer auf die jeweilige Cloud-Lösung des Anbieters beschränkt - so kann Apple nur mit den Apple-Diensten umgehen, Google nur mit Google-Diensten und Microsoft nur mit Microsoft-Diensten. Anders auf dem Desktop können diese Ergänzungen nur beschränkt bis gar nicht auf Drittanbieter-Lösungen zugreifen. Und schaffen damit eine eigene Cloud-Blase. Die Verwendung verschiedener Tools verschiedener Hersteller ist, anders als bei Desktop-Office-Lösungen, nur sehr umständlich oder gar nicht zu bewerkstelligen. So gibt es keine Möglichkeit, Google Docs und Office 365 oder Apple iWork direkt in der Cloud sinnvoll zu verbinden. Einzig Microsoft bietet hier die Möglichkeit, Googles Cloud oder Dropbox anzuschließen. Allerdings gibt es hier ein weiteres Problem: Alle drei Anbieter verwenden ein proprietäres Dateiformat, wobei allerdings die Dateien von Microsoft sich in allen anderen Cloud-Office-Lösungen öffnen und bearbeiten lassen - das ist bei Apple und Google nicht der Fall, hier muss umständlich exportiert werden.

Wer also in der Cloud wie auf dem Desktop die Tabellenkalkulation des einen mit der Textverarbeitung des Anderen und dem Kalender des Dritten nutzen will, stößt durch die jeweiligen Beschränkungen des Cloud-Offices an eine Grenze: Alle drei Anbieter wollen, dass sich der Cloud-Kunde ausschließlich mit ihren Lösungen befasst. Dafür gibt es diese dann auch kostenlos. Leider ist der Datenaustausch zwischen mehreren Cloud-Office-Anbietern damit alles andere als einfach: Wer mehrere Lösungen parallel nutzen will, sollte definitiv mit einem angeschlossenen Rechner arbeiten, um den dann umfangreichen Datenaustausch sinnvoll zu bewerkstelligen. Auch bei E-Mail, Kalender und Adressbuch bleiben die drei großen Cloud-Office-Lösungen in sich geschlossen.

Office-Betrachter & -Tools

Auch wer kein Microsoft Office besitzt, ist dank Office-Betrachtern in der Lage, entsprechende Dateitypen fehlerfrei darzustellen. Tools zum Öffnen von DOCX-, PPTX- und XLSX-Dateitypen finden sich in dieser Sektion.

55 Programme

Diese Einschränkungen gelten nicht nur für den Datenaustausch, sondern auch für das kollaborative Arbeiten. Alle drei großen Anbieter bieten natürlich auch eine leistungsstarke Kollaborations-Möglichkeit, die aber - wie die Office-Lösungen an sich - leider immer auch auf den jeweiligen Anbieter beschränkt sind. Sprich: Wer ein Google-Dokument gemeinschaftlich bearbeiten will, braucht ausschließlich Teilnehmer mit Google-Konten, bei Microsoft oder Apple sind es Microsoft- und Apple-Konten. Im Business-Alltag kann das nerven: Etwa dann, wenn eines der Konten nur für Zusammenarbeit mit einem Kollegen oder Team eingerichtet werden muss. Wünschenswert wäre deshalb ein Standard für Kollaboration über die Grenzen der proprietären Cloud hinweg.

Bestenliste: Vergleich: Die besten Cloud Office-Dienste im Test

Nachfolgend findet ihr alle von uns getesteten Cloud Office-Dienste übersichtlich gelistet. Mit einem Klick gelangt ihr zum ausführlichen Testbericht.

  • 9.3

    Google Docs


    Insgesamt ist Google Docs ein leistungsstarkes Online-Office, dessen größter Vorteil darin liegt, dass es ausschließlich im Web stattfindet. Als Tools kommen der Browser und Googles Synchronisationsprogramme für Drive zum Einsatz. Docs arbeitet problemlos in allen mobilen Browsern, für Mobilgeräte gibt es zusätzliche Apps für mehr Komfort. Mit allen Funktionen nutzbar ist Google Docs allerdings nur, wenn der Chrome-Browser zum Einsatz kommt: Nur hier gibt es die leistungsstarken Plugins und Funktionen wie die Offline-Bearbeitung, die Docs zu einem vollwertigen Office-Programm für Windows, MacOS, Linux, Android und iOS machen.

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  • 8.8

    Microsoft Office 365


    Microsofts Office 365 kann auf ganzer Linie überzeugen: Wenn Cloud-Office, dann mit Microsoft. Durch Anbindung an OneDrive ist der Einstieg simpel, die Bedienung entspricht einem kompletten Gratis-Office im Browser. Der volle Funktionsumfang wird jedoch erst im Abo erreicht.

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  • 7.8

    Collabora Office


    Collabora ist LibreOffice in der Cloud und hebt sich mit seiner Datensicherheit von den Mitbewerbern ab. Die Bedienung ist einfach, zuvor mus die Cloud Office-Suite jedoch erstmal in Betrieb genommen werden - und das ist alles andere als trivial. Collabora richtet sich daher eher an Anwender mit technischen Kenntnissen oder Unternehmen, die aus verschiedenen Gründen erhöhten Wert darauf legen, die Kontrolle über ihre Daten zu behalten. Wer nur ab und zu Office-Dokumente in der Cloud bearbeiten will, dürfte bei Office 365 oder Google Docs deutlich besser aufgehoben sein.

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  • 7.8

    Apple iWork für iCloud


    Apples iCloud-Office iWork reift langsam aber sicher zu einer vollumfänglichen Online-Office-Umgebung. Die mit einem Apple-Konto vollständig kostenlose Lösung ist zwar einsteigerfreundlich, für User, die iWork als App nicht kennen, jedoch gewöhnungsbedürftig. Trotzem ist iWork eine gute Alternative für alle, die nur ab und zu ein Cloud-Office benötigen – egal ob unter MacOS, iOS, Linux, Windows oder Android.

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  • 6.3

    ThinkFree Office Online


    Insgesamt hinterlässt Thinkfree-Office in der Cloud einen durchwachsenen Eindruck. Auf der Habenseite steht eine hervorragende Unterstützung der Microsoft-Dateiformate, die, anders als bei Apple und Google, nicht erst in das eigene proprietäre Format überführt werden müssen. Auch die übersichtliche Oberfläche gefällt. Negativ fallen neben der Kauf-Pflicht die nur rudimentär integrierte Kollaboration, die fehlende deutsche Sprachoption sowie die ärgerliche Pop-Up-Thematik ins Gewicht. Dennoch: Wer einfach nur Office-Dokumente akkurat öffnen und schnell bearbeiten will, findet mit Thinkfree eine praktische Alternative zu Microsofts Cloud-Dienst. Für eine wirklich sinnvolle Nutzung ist jedoch ein Abo vonnöten.

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