Moto G4 im Test: der glanzlose Champion

Allrounder ohne Schnickschnack

Moto G4 DualSIM

Die Moto G-Reihe gilt als das Nonplusultra im unteren Preissegment. Die neuste Ausgabe Moto G4 wirkt jedoch im Vergleich zu Konkurrenten wie dem Galaxy A3 (2016) oder dem Honor 5X aus der Zeit gefallen. Kein edles Äußeres, keine für die Preisklasse ausgefallenen Features - dennoch weiß das Moto G4 im Test wieder auf voller Linie zu überzeugen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Ausstattung, Performance und Bedienung
  3. Sprachqualität und Akkulaufzeit
  4. Kamera
  5. Moto G4 Plus und Moto G4 Play
  6. Preis und Verfügbarkeit
  7. Fazit & Alternativen
  8. Benchmarks

Motorola mag es groß: Seit dem Release des Moto G (3. Generation) vor knapp einem Jahr hat die Lenovo-Tochter kaum ein Smartphone mehr unter 5,5 Zoll veröffentlicht. Nun wurde auch das Budget-Smartphone Moto G in der vierten Generation auf diese Größe gebracht. Wer jetzt aufstöhnt und ruft "Das ist mir viel zu groß", den kann netzwelt beruhigen: Mit den Abmessungen 153 x 76,6 x 9,8 Millimeter und einem Gewicht von 155 Gramm ist das Moto G4 deutlich kompakter als etwa das iPhone 6S Plus.

Design und Verarbeitung

Aus unserer Sicht zählt das Moto G4 zu den handlichsten Phablets auf dem Markt. Alle Drücker sind gut erreichbar am Gehäuserand platziert. Das Kunststoffcover bietet einen ordentlichen Grip, das vertiefte "Moto"-Logo auf der Rückseite ist zudem ein zusätzlicher Griffpunkt für die Finger, sodass das Moto G4 bequem und sicher in der Hand ruht.

Im Moto Maker könnt ihr das Äußere des Moto G4 ganz nach euren Wünschen gestalten.
Im Moto Maker könnt ihr das Äußere des Moto G4 ganz nach euren Wünschen gestalten. (Quelle: Screenshot Motorola.de)

Die Hardware hat Motorola in einer Kunststoffhülle verpackt. Damit wirkt das Moto G4 im Vergleich mit Metall-Smartphones wie dem Honor 5X nicht so hochwertig, doch dafür eröffnet Motorola dem Nutzer weitgehende Gestaltungsmöglichkeiten beim Design. Über das Online-Tool Moto Maker könnt ihr die Optik des Moto G4 nach euren Wünschen gestalten - und etwa die Farbe der Front, Rückseite oder von Elementen wie dem Ring um die Kamera anpassen. Mittlerweile bietet Motorola hier neben diversen Kunststoffcovern auch eine Holzrückseite für das Moto G4 an. Abseits des Moto Makers ist das Moto G4 in Schwarz oder Weiß erhältlich.

Einen Wasserschutz gemäß IPX7 bietet das Moto G4 anders als der Vorgänger übrigens nicht. Es ist also nicht wasserdicht.

Ausstattung, Performance und Bedienung

Unter der Haube hat das Moto G das dringend benötigte Performance-Update erfahren. Werkelte in den Vorgängern noch der mittlerweile in die Jahre gekommene Quad-Core-Chip Qualcomm Snapdragon 400 beziehungsweise dessen Revision Snapdragon 410 kommt im Moto G4 der neue Octa-Core-Prozessor Snapdragon 617 zum Einsatz. Er befördert das Moto G4 leistungstechnisch auf ein Niveau mit dem Galaxy A5 (2016). Die Rechenpower dürfte den meisten Nutzern im Alltag völlig ausreichen und erlaubt auch ruckelfreies Mobile Gaming.

Der Screen löst zudem nun in Full HD auf. Ein Feature, das bereits für den Vorgänger gehandelt wurde. Das Display gibt im Alltag wenig Anlass zur Klage - allerdings wirken die Farben im Vergleich zu anderen Geräten in dieser Preisklasse eher blass. Das ist aber auch ein wenig Geschmackssache.

Das Moto G4 weist zwei Micro-SIM-Slots auf. Wer von einem älteren Smartphone umsteigt, muss seine SIM-Karte also nicht auf das Nano-SIM-Format zuschneiden. Für Besitzer einer Nano-SIM-Karte legt Motorola Adapter bei. Vorbildlich! Pluspunkte sammelt das Moto G4 zudem dadurch, dass der zweite SIM-Slot und der microSD-Kartenslot getrennt sind. Anders als bei vielen günstigen Dual-SIM-Smartphones kann der Nutzer also sowohl zwei SIM-Karten in das Handy einlegen als auch gleichzeitig den Speicher erweitern.

Apropos Speicher: Das Moto G4 wird wahlweise mit 16- oder 32-Gigabyte-Speicher ausgeliefert. Eine 64-Gigabyte-Version gibt es nicht, sie ist dem Moto G4 Plus vorbehalten. Bei unserem Testgerät handelte es sich um die 16-Gigabyte-Ausführung. Knapp 10,8 Gigabyte stehen euch bei dieser ab Werk für eure Nutzerdaten zur Verfügung. Per Speicherkarte lassen sich noch einmal bis zu 128-Gigabyte-Speicher nachrüsten. Dabei unterstützt das Moto G4 auch die mit Android 6.0 eingeführte Möglichkeit die SD-Karte und den Gerätespeicher zu einem Speicherbereich zu verschmelzen (Adoptable Storage). Dies setzt jedoch eine entsprechend schnelle microSD-Karte voraus.

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Was fehlt auf der Ausstattungsliste? Ein Fingerabdruckscanner. Diesen bietet nur das Plus-Modell. Das dürfte die Mehrheit der Nutzer jedoch ebenso verschmerzen können, wie den Verzicht auf einen NFC-Chip. Dafür bietet das Moto G4 anders als viele günstige Konkurrenten ein Gyroskop. Dank dieses Sensors sind auch AR-Spiele wie Pokémon GO uneingeschränkt auf dem Smartphone spielbar.

Als Betriebssystem fungiert auf dem Moto G4 Android 6.0 Marshmallow. Änderungen am Betriebssystem sind auf den ersten Blick nicht ersichtlich. Dennoch hat Motorola einige Vorgenommen. So wurde die Kamera-App von Google durch eine eigene Applikation ersetzt.

Außerdem bietet das Moto G4 nun diverse Features älterer Moto X-Modelle - dazu zählen das Active Display sowie die Gestensteuerung. Beim Active Display handelt es sich um ein Always-on-Display - wie es auch das Samsung Galaxy S7 bietet. Befindet sich das Smartphone im Ruhezustand werden auf dem Bildschirm dennoch eingehende Benachrichtigungen angezeigt - allerdings stromsparend in einer Schwarz-Weiß-Darstellung. Wem dies nicht gefällt, kann die Funktion deaktivieren. Die Gestensteuerung bietet dagegen unter anderem die Möglichkeit mit einer schnellen Drehung des Handgelenks die Kamera zu aktivieren. Auch sie kann jedoch bei Bedarf komplett abgeschaltet werden.

Wie sieht es mit Android-Updates aus? Als Motorola noch zu Google gehörte verpflichtete sich das Unternehmen knapp zwei Jahre seine Smartphones mit der aktuellsten Android-Version zu versorgen. Daran soll sich nach der Übernahme durch Lenovo nichts ändern. Allerdings werden Nutzer auf monatliche Sicherheitsupdates verzichten müssen. Lenovo teilte unlängst dem US-Technikblog ArsTechnica mit, dass man Sicherheitspachtes bündeln und nicht monatlich, sondern im Rahmen größerer Update veröffentlichen wolle. Ihr könnt euch über geplante und verfügbare Systemaktualisierungen in unserem Android-Update-Fahrplan für Motorola-Geräte informieren.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Das Moto G4 bietet für die Preisklasse eine gehobene Sprachqualität. Nebengeräusche werden effektiv gefiltert, dies geht jedoch etwas zur Lasten der Natürlichkeit der Stimmen.

Das Moto G4 bietet einen 3.000-Milliamperestunden-Akku. Im Test zeigte sich dieser sehr ausdauernd. Nutzer sollten problemlos mit einer Akkuladung durch den Tag kommen. Wer nicht ständig Tinder, Facebook oder WhatsApp nutzt, kann auch eine längere Laufzeit (bis zu zwei Tage) aus dem Moto G4 herausholen. Ist der Akku einmal leer lädt er sich nur quälend langsam wieder auf. Eine Ladung dauert knapp sechs Stunden. Um die von Motorola beworbene Schnellladefunktion "Turbo Power" nutzen zu können, müsst ihr ein spezielles Ladegerät für rund 30 Euro erwerben.

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Wie gehabt lässt sich der Akku nicht ohne Werkzeug vom Nutzer wechseln. Wer kein handwerkliches Geschick besitzt, kann sich für einen Akkutausch an den Motorola-Kundendienst oder eine Reparaturwerkstatt wenden. Bei den Vorgängern schlug ein Akkutausch außerhalb der Garantie mit knapp 50 Euro zu Buche.

Kamera

In Sachen Kamera hat sich beim Moto G4 auf dem Papier nicht viel geändert. Für Foto- und Videoaufnahmen stehen dem Nutzer weiterhin eine 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite und eine 5-Megapixel-Frontkamera zur Verfügung. Die Bilder wirken im Vergleich zum Vorgänger jedoch nochmal besser. Unsere Testaufnahmen weisen etwa deutlich sattere Farben und mehr Details auf. War die Kamera bei früheren Moto G-Modellen noch die Schwachstelle, zählt das Motorola-Smartphone hier mittlerweile zu den besten in seiner Preisklasse. Werden die Lichtverhältnisse schwieriger stößt das Moto G4 aber weiterhin schnell an seine Grenzen.

Moto G4: Kamera-Samples

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Moto G4 Plus und Moto G4 Play

Motorola stellt seinem Budget-Smartphone ein Schwestermodell zur Seite. Das Plus-Modell kostet 50 Euro mehr als das Moto G4 bietet dafür aber unter anderem einen Fingerabdruckscanner und eine bessere Kamera. Ein ausführlicher Test dieses Modells folgt noch.

Des Weiteren hat Motorola in den USA mit dem Moto G4 Play eine weitere Variante seines Budget-Smartphones angekündigt. Es handelt sich dabei um eine kleinere und schwächer ausgestattete Lite-Variante, die sich technisch zwischen Moto G2 und Moto G3 bewegt. Das Moto G4 Play soll noch im Sommer weltweit in den Handel kommen. Ein Preis steht noch nicht fest.

Die nachfolgende Tabelle stellt euch die technischen Daten der Moto G4-Modelle gegenüber.

Moto G4 Play Moto G4 Moto G4 Plus
Display 5 Zoll HD (1.280 x 720 Pixel) 5,5 Zoll Full HD (1.920 x 1.080 Pixel) 5,5 Zoll Full HD (1.920 x 1.080 Pixel)
Prozessor Quad-Core; 1,2 Gigahertz (Snapdragon 410) Octa-Core; 1,5 Gigahertz (Snapdragon 617) Octa-Core; 1,5 Gigahertz (Snapdragon 617)
Arbeitsspeicher 2 Gigabyte 2 Gigabyte 2 oder 4 Gigabyte
Gerätespeicher 16 Gigabyte, erweiterbar 16 oder 32 Gigabyte, erweiterbar 16, 32 oder 64 Gigabyte, erweiterbar
Hauptkamera 8 Megapixel 13 Megapixel 16 Megapixel
Frontkamera 5 Megapixel 5 Megapixel 5 Megapixel
Akku 2.800 Milliamperestunden 3.000 Milliamperestunden 3.000 Milliamperestunden
Betriebssytem Android 6.0.1 Marshmallow Android 6.0.1 Marshmallow Android 6.0.1 Marshmallow
Abmessungen 144,4 x 72 x 9,9 Millimeter 153 x 76,6 x 9,8 Millimeter 153 x 76,6 x 9,8 Millimeter
Gewicht 137 Gramm 155 Gramm 155 Gramm
Dual-SIM Ja Ja Ja
Besonderheiten - - Fingerabdruckscanner

Preis und Verfügbarkeit

Das Moto G4 ist in Deutschland bereits im Handel erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 249 Euro. Damit ist das Motorola-Smartphone etwas teurer als die Konkurrenz aus China. Zu welchen Preisen das Moto G4 derzeit am Markt gehandelt wird, erfahrt ihr nachfolgend.

Motorola Moto G (4. Generation): Fazit

Alleskönner ohne nennenswerte Schwächen 8.4/10

Das Moto G4 bietet anders als die Konkurrenz weder ein edles Gehäuse aus Glas oder Metall, noch für die Preisklasse ausgefallene Features wie einen Fingerabdruckscanner. Dennoch ist das Moto G4 eines der besten Smartphones, das ihr aktuell für unter 250 Euro kaufen könnt. Egal ob es um Kamera, Performance oder Akkulaufzeit geht - das Moto G4 weiß in jeder Disziplin zu gefallen. Eklatante Schwächen gibt es nicht.

Das hat uns gefallen

  • vielfältige Designmöglichkeiten
  • lange Akkulaufzeit
  • getrennte Slots für zweite SIM und Speicherkarte
  • gute Kamera

Das hat uns nicht gefallen

  • Akku lädt nur langsam
  • kein IPX7-Schutz mehr
Testnote 8,4 von 10
Jan Kluczniok
Bewertet von Jan Kluczniok
8,0 / 10
Design und Verarbeitung
9,0 / 10
Ausstattung und Bedienung
8,0 / 10
Sprachqualität
8,0 / 10
Akkulaufzeit
9,0 / 10
Multimedia
Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde netzwelt leihweise von Motorola zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

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Bestenlisten

Motorola Moto G (4. Generation) wurde in folgende Smartphone-Bestenlisten einsortiert.

Motorola Moto G (4. Generation) Benchmarks
Passmark-Benchmark Ergebnis
Gesamt 4354
Prozessor (CPU Mark) 44,863
Speicher (Mem Mark) 3,857
Festplatte (Disk Mark) 27,988
2D (2D Mark) 2,723
2D (3D Mark) 1,310

Das für die Passmark-Benchmarks genutzte Motorola Moto G (4. Generation) hat ein ARMv7 Prozessor rev 4 (v7l) mit 8 Kernen und 2085.2 MB RAM.

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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Testbericht, Lenovo, Smartphone und Motorola Moto G (4. Generation).

Das Motorola Moto G (4. Generation) wurde ursprünglich mit Android 6.0.0 "Android M" ausgeliefert. Mittlerweile ist für das Motorola Moto G (4. Generation) die Version 7.0.0 "Android Nougat" verfügbar.

Links zum Thema
Motorola Moto G (4. Generation) im Zeitverlauf
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  • Moto G4 für 149 Euro bei Amazon: Lohnt sich der Kauf?

    31.12.2016 Auf der Suche nach einem neuen Smartphone? Dann könnt ihr heute, 31. Dezember, bei Amazon ein echtes Schnäppchen machen. Denn der Händler reduziert das neue Lenovo-Smartphone Moto G4 im Preis. Statt 199 Euro zahlt ihr nur 149 Euro für das Android-Handy. Doch lohnt sich der Kauf?

    Definitiv. Im netzwelt-Test konnte das Moto G4 voll und ganz überzeugen und punktete unter anderem mit zwei SIM-Slots sowie einem zusätzlichen microSD-Kartenslot. Ein weiterer Pluspunkt: Lenovo hat damit begonnen Android 7.0 für das Smartphone zu verteilen. In Sachen Android seit ihr bei diesem Budget-Smartphone also auf dem neuesten Stand und das beste: Anders als bei den meisten aktuellen Smartphones schluckt das Moto G4 keine Nano-SIMs, sondern die älteren Micro-SIMs - ein Zuschneiden der SIM-Karte entfällt also.

    Auf netzwelt findet ihr den vollständigen Testbericht des Moto G4 zum Nachlesen.

    Außerdem stellen wir euch in einem gesonderten Artikel weitere gute Amazon-Angebote vor.

    Hinweis: Der Artikel beinhaltet Links zu Amazon. Solltet ihr dort einen Artikel kaufen unterstützt ihr damit netzwelt.

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