Test: Die Sims 2

Zur Schau gestellt

von Michael Dees
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Ihren Millionen Fans haben "Die Sims" ist zu verdanken, dass die virtuelle Seifenopfer kein Einakter blieb. Nach sieben Erweiterungen ist jetzt Teil 2 erschienen. Die Privatsphäre der Sims darf wieder mit Füßen getreten werden - erstmals in 3D!

Zu Beginn des Spiels stellt sich die Frage, wer mit wem wo hinziehen soll. Ungeduldige Spieler beziehen mit vorhandenen Familien ein Haus in einer vorgefertigten Nachbarschaft. Drei Bezirke stehen zur Wahl, jeder mit besonderen Protagonisten, deren Lebensläufe zu einer gemeinsamen Geschichte verschmelzen.

Leben nach dem Baukastenprinzip

Langwieriger gestaltet sich die Erschaffung eines Architektenhauses samt individueller Sims. Ob mehrköpfige Familie, greises Ehepaar oder alleinstehender Teenager - das Charaktermenü berücksichtigt alle erdenklichen Parameter, vom Geschlecht bis zum Alter. Outfit, Make-up und Frisur inbegriffen. Wichtiger als die äußeren Werte sind jedoch die inneren, die man durch das Jonglieren mit Persönlichkeitspunkten beeinflussen darf.

Eine wesentliche Neuerung besteht in der Festsetzung von Laufbahnen. Ruhm, Wissen, Familie, Romantik oder Ruf lauten die erklärten Ziele der Sims, sobald das Spiel im Live-Modus beginnt. Einquartiert in ihr neues Zuhause dürfen diese nach bewährter Art Karriere machen, Beziehungen knüpfen, Kinder kriegen, Hobbys ausüben und spezifische Fähigkeiten trainieren.

Leerer Kühlschrank, volle Blase

Zwischendurch sorgen Fernseher und Videospiele dafür, dass den Sims nicht die Laune vergeht. Spaß ist jedoch nur einer von insgesamt sieben Faktoren, die für ein erfülltes Dasein maßgeblich sind. Dazu zählen Freunde und Hygiene ebenso wie Hunger und Harndrang. Doch anders als eine volle Blase, die schlimmstenfalls eine peinliche Pfütze hinterlässt, wirkt sich ein leerer Kühlschrank auf Dauer drastischer aus. Verharrt der Hunger-Bedürfnisbalken lange genug im roten Bereich, steht der Sensenmann vor der Tür.

Überhaupt ist der Tod im besten Wortsinn vorprogrammiert. Die Sims altern mit jedem Tag, was zwangsläufig zum Tode führt. Nur ein spezieller Gegenstand kann Todgeweihten helfen, den Jordan später als geplant zu überqueren. Ein neuartiges Feature ermöglicht die Investition von Belohnungspunkten in äußerst nützliche Dinge, darunter auch ein Apparat, der verjüngend wirkt.

Jedesmal, wenn der Wunsch eines Sims in Erfüllung geht oder dessen berufliche Karriere vorangeschritten ist, werden Belohnungspunkte spendiert. Das funktioniert natürlich auch umgekehrt. So sind nicht wenige Punkte futsch, sieht sich ein Betroffener mit seinen Ängsten konfrontiert.

Alltägliches in nicht alltäglicher 3D-Umgebung

Die Erben der Ur-Sims bevölkern eine dreidimensionale und ausgesprochen hübsche Welt. Dank dynamischer Kamera stehen die hervorragend animierten Figuren unmittelbar im Fokus des Spielers. Jede Regung ist den Sims vom Gesicht abzulesen und selbst kleinste Handgriffe stellen sich dem Betrachter detailgetreu dar.

So gut wie nichts bleibt im Verborgenen, lediglich beim Umkleiden und Urinieren schützt ein Verschleierungseffekt vor allzu neugierigen Blicken. Die grafische Pracht hat natürlich ihren Preis. Gegenüber dem ersten Teil sind die Systemanforderungen geradezu explodiert. Immerhin kann man sich ein DVD-Laufwerk sparen, da das Spiel auf insgesamt vier CD-Roms ausgeliefert wird.

Die Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte

Der Reiz einer Softwaresimulation besteht zumeist darin, Eindrücke von Situationen oder Schauplätzen zu vermitteln, die für die meisten Menschen utopisch sind. Anders bei den Sims. Sie setzen - zumindest im weitesten Sinne - auf Alltägliches und vertrauen ihre simulierten Schicksale dem Spieler an. Mal ist das wirklichkeitsnah, oft ziemlich verrückt, aber stets unterhaltsam und immer charmant. Der Nachfolger des erfolgreichsten Computerspiels bietet mehr Interaktion, mehr Tiefe, mehr Freiraum - mehr vom Leben!

Für die Zukunft wäre wünschenswert, die Sims auch auf die Arbeit begleiten zu dürfen. Auch die Rückkehr von Haustieren könnte ein Thema sein. Man darf sich also so oder so schon auf die nächsten Alltagsabenteuer freuen.

Steckbrief
Sound9 von 10 %89 %
Grafik14 von 15 %
Spielspaß14 von 15 %
Multiplayerentfällt (10% werden umgerechnet)
Bedienung9 von 10 %
Preis/Leistung15 von 15 %
Hardwareanforderung9 von 15 %
Langzeitspielspaß10 von 10 %

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Dieser Artikel wurde mit den Schlagworten Gaming, Testbericht, 3D-Software & Rendering, Simulation, PC-Spiel, AR- / VR-Brille und Die Sims 4 versehen.

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