Test: City Life

Erbauliches in 3D

von Michael Dees
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Viele Gamer sind darin geübt, Städte dem Erdboden gleichzumachen. In dieser Simulation läuft das Spiel umgekehrt, ganz im Stile von "Sim City".

In der Städtesimulation von Monte Cristo und Deep Silver erbaut der Spieler gewaltige Metropolen in unterschiedlichen Geozonen. Breite Landmassen warten ebenso auf die Urbarmachung wie unzugängliche Inselketten oder Bergregionen. Mit der Geländebeschaffenheit und damit verbundenen Bauerschwernissen variiert der Schwierigkeitsgrad.

Die erste Amtshandlung des Bürgermeisters ist die Grundsteinlegung für das Rathaus. Um das Verwaltungszentrum herum werden Industrie- und Wohngebiete ausgewiesen, die es durch Straßen miteinander zu verbinden gilt. Kläranlagen, Müll- und Kraftwerke sorgen für saubere Gehsteige und Energie. Aller Anfang ist leicht in einer Stadt, wo anspruchslose Malocher in schäbigen Kneipen verkehren und Touristen bestenfalls auf der Durchreise sind. Doch dabei soll es nicht bleiben.

Spielemacher sind Hippies

Der Weg zur Metropole führt über den Ausbau der Infrastruktur sowie die Förderung von Bildung und Kultur. Entscheidend für die Freischaltung neuer Gebäude ist die Gesamteinwohnerzahl, die Auslastung und Effektivität jener Betriebe oder Etablissements hängt jedoch von weiteren Faktoren ab. "City Life" unterscheidet zwischen sechs sozialen Schichten.

Ganz unten stehen die Tagelöhner, die in Fabriken schuften, für die Tätigkeit in einem Chemiewerk aber nicht zu gebrauchen sind. Hierfür bedarf es Arbeiter, die wiederum Positionen etwa in Spielefirmen der nächst höheren Bevölkerungsschicht überlassen müssen: den Hippies. Finanziell besser gestellt sind Schlipsträger und Trendsetter, die Positionen in Architekturbüros oder Technologieunternehmen ausfüllen. Einen Platz an der Sonne genießen die Reichen, die zwar unverschämte Ansprüche an ihre Umgebung stellen, von allen Einwohnern jedoch die höchsten Steuern abdrücken.

In einem Fenster am unteren Bildschirmrand berichten lokale TV-Sender über wichtige Ereignisse
In einem Fenster am unteren Bildschirmrand berichten lokale TV-Sender über wichtige Ereignisse

Spannungen sind angesichts der sozialen Unterschiede schwer zu vermeiden. Tauschen Hippies und Trendsetter im vegetarischen Restaurant fröhlich Tofurezepte aus, ballt der Tagelöhner beim Anblick eines Bonzen die Hand zur Faust. Durch eine vorausschauende Bauplanung lassen sich Konflikte zwischen verfeindeten oder gegensätzlichen Parteien eindämmen. Eine Grafikanzeige gibt bereits vor dem Bau eines Hauses bzw. Wohnblocks Aufschluss darüber, welche Bevölkerungsgruppe später den Möbelwagen vorfahren könnte.

Maßgeblich beeinflusst wird dies durch spezifische Freizeiteinrichtungen. Schnellrestaurants und Autokinos sprechen Arbeiter an, während sich kulturelle Einrichtungen wie Museen oder Opernhäuser eher an Besserverdiener richten. Spätestens ab einer sechsstelligen Einwohnerzahl, wenn die Stadt sämtliche Bevölkerungsschichten beheimatet, sind Konflikte jedoch vorprogrammiert. Dann ziehen sich Hubschrauber aus umliegenden Polizeistationen über dem Krisengebiet zusammen; das geschieht automatisch, wie auch bei Bränden, zu denen Löschflugzeuge ausschwärmen. Der Unterhalt von Polizeistationen oder Feuerwachen verschlingt Unsummen. Ähnlich teuer und gleichermaßen unverzichtbar sind Krankenhäuser, Schulen und sonstige Institutionen öffentlicher Art.

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Dieser Artikel wurde mit den Schlagworten Gaming, Testbericht, Strategiespiel, Simulation, Aufbau-, Wirtschafts- und Fahrzeug-Simulationen und Finanzen & Steuern versehen.

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