Spieletest: Battlestations Midway

Schiffeversenken im Pazifik

von Michael Dees
Teilen

Trotz einer schwer überschaubaren Fülle an WWII-Spielen darben die militärischen Seefahrzeuge jener Zeit weitgehend im virtuellen Trockendock. Doch in "Battlestations Midway" haben Landstreitkräfte ausnahmsweise Fronturlaub. Das Spiel von Eidos widmet sich ganz den Schlachten im Pazifik und geht zwischen den maritimen Missionen auch in die Luft.

Das Spiel beginnt mit dem Überfall der Japaner auf Pearl Harbor. In der Rolle des US-Soldaten Henry Walker geht der Spieler gleich dazu über, an Bord eines Patrouillenbootes Feindflieger vom Himmel zu holen. Ist das erledigt, folgt der nächste Befehl: Das Aufbringen eines japanischen Unterseebootes mittels Wasserbomben. Danach folgt die erste Flugzeugmission. Als Teil eines Geschwaders setzt man sich gegen japanische Zeros zur Wehr, um schließlich als Seemann wieder Landungsboote zu stoppen und Frachter zu torpedieren. Für spielerische Abwechslung ist auch über die Anfangsphase hinaus gesorgt.

Battlestations Midway

8 Bilder
Zur Galerie

Unterm Wasser, auf dem Wasser, überm Wasser

Praktischerweise wird Walker von Zeit zu Zeit befördert und kommt somit in den Genuss, mit immer größerem Kriegsgerät auf Japanerjagd zu gehen. Im Laufe der elf Missionen umfassenden Kampagne, die an einem Tag durchgespielt ist, winkt sogar das Kommando über Flugzeugträger, von wo aus persönlich zusammengestellte Fliegerstaffeln ausschwärmen. Die japanische Seite lernt man nur in unzusammenhängenden Herausforderungen kennen. Sämtliche Befehle bellen dann in japanischer Sprache aus den Lautsprechern und die heroische Hintergrundmusik des US-Feldzugs weicht Klängen, zu denen Restaurantgäste entspannt Sushi speisen könnten. Insgesamt fällt die Klangkulisse etwas dünn aus.

Überflutungen oder Brände an Bord lassen sich dank Reparaturfunktion unmittelbar bekämpfen. Über ein Menü wird dazu ein bestimmtes Mannschaftskontingent abgestellt. Auch beschädigte Waffen- und Steuersysteme erfordern das Abkommandieren von Personal. Die Bedienung von Waffengattungen wie Flak oder Artillerie übernimmt derweil eine brauchbare Computerintelligenz.

Grafisch hat das Spiel die benötigte Handbreit Wasser unterm Kiel. Die Modelle der unterschiedlichen Schiffe und Flugzeuge sparen nicht mit Details. Effekte wie Gischt am Heck von U-Booten, mit Wassertropfen besprenkelte Bildschirme oder in pechschwarzen Rauch gehüllte Kampfzonen sorgen für standesgemäßes Flair. Handwerklich gelungen sind außerdem die auf Hollywood geeichten Zwischensequenzen, die oft pathetisch daherkommen, manchmal aber aucht etwas rührselig.

Gestrandet zwischen den Genres

"Battlestations Midway" will Simulation, Action- und Taktikspiel auf einmal sein - und steht sich dabei ein bisschen selbst im Weg. Spieler, die sich vornehmlich auf die Kommandorolle konzentrieren, haben zwar die Möglichkeit, anhand einer kargen Übersichtskarte zu operieren, ohne persönlich eine einzige Salve abzufeuern; die Atmosphäre eines modernen Kriegsspiels will dabei aber nicht aufkommen, es sei denn, man wechselt permanent zwischen Gefechtskarte und 3D-Modus.

Battlestations Midway

8 Bilder
Zur Galerie

Für eine ernstzunehmende Simulation fehlen wiederum Merkmale, die über eine erweiterte WASD-Steuerung hinausgehen und dem U-Boot-Kapitän mehr als nur vier abgestufte Tauchtiefen einräumen. Als Actionspiel funktioniert "Battlestations Midway" insoweit nur bedingt, weil andere Titel mit vergleichbarem Hintergrund mehr Tempo aufnehmen. Ein Strick lässt daraus freilich nicht drehen, schließlich ist ein Flugzeugträger kein D-Zug.

Punkte sammeln kann das Schiffeversenken im Multiplayermodus, wo das sinnvolle Zusammenspiel wichtiger ist als ein schneller Reflex. Via LAN oder Internet (GameSpy) können bis zu acht Spieler gleichzeitig auf Pazifismus im Pazifik pfeifen.

Videospiel-Highlights 2018

9 Einträge

Wie in allen Jahren erscheinen auch in diesem Jahr viele Videospiele. Wir zeigen euch unsere Highlights für das Jahr 2018.

Highlights ansehen
Bei neuen Artikeln zu Simulation benachrichtigen? Nein, Danke

Das könnte dich auch interessieren

Informationen zum Artikel

Dieser Artikel wurde mit den Schlagworten Gaming, Testbericht, Strategiespiel, Eidos, Kampfspiele und Videospiel versehen.

Links zum Artikel

zur
Startseite

zur
Startseite