Spieletest: cm² - Crazy Machines II

Verkettung glücklicher Umstände

von Michael Dees
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Die Tüftler von Fakt Software "haben da mal was vorbereitet": Auf angehende Grünbergs warten 200 verrückte Versuchsanordnungen, die Luftballons und Furzkissen ebenso umfassen wie Dampfkessel und Feuerwerksraketen. Ein profundes Physiksystem setzt die Kettenreaktionen nunmehr realistischer in Gang. Dank neuer 3D-Engine kann die 20 Euro teure Fortsetzung der Denkspielreihe auch grafisch zulegen.

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Nach diesem Motto werden in "cm² - Crazy Machines II" Lagerhäuser aufgeräumt, Elektrogeräte bedient oder Lichtquellen entzündet. Da wundert es nicht, dass der Haftungsauschluss nachdrücklich davor warnt, den Haar sträubenden Experimenten im heimischen Keller nachzueifern.

Knall auf Fall

Das bewährte Spielprinzip bleibt unverändert. Ein lückenhafter Versuchsaufbau muss durch das Einfügen diverser Gegenstände - 150 insgesamt - so vervollständigt werden, dass diese einander umwerfen, anschieben oder sonstwie manipulieren. Das Drücken des Startknopfes löst einen Dominoeffekt aus, in dessen Verlauf die vorgegebenen Ziele idealerweise erreicht werden. Gelingt dies nicht, wird die Szene durch das erneute Drücken des Startknopfes zurückgesetzt und alle Gegenstände kehren an ihre Ausgangsposition zurück.

Eine mehrstufige Hilfefunktion reicht von Denkanstößen bis zur kompletten Enthüllung des Experiments, wobei die Endbewertung jede Hilfestellung mit Punktabzügen tadelt. Weil es bei der Konstruktion der verrückten Maschinen selten eine Patentlösung gibt, führen unterschiedliche Wege ans Ziel. Eine Online-Funktion ermöglicht den Austausch mit den Laboren anderer Spieler.

In Begleitung eines schusseligen Professors bereist der Spieler die Welt, um wie hier in fernöstlicher Kulisse zu knobeln. Die gefällige Hintergrundmusik ist den jeweiligen Schauplätzen angepasst.
In Begleitung eines schusseligen Professors bereist der Spieler die Welt, um wie hier in fernöstlicher Kulisse zu knobeln. Die gefällige Hintergrundmusik ist den jeweiligen Schauplätzen angepasst.

Von den insgesamt 200 Rätseln sind 20 den Besitzern von Ageia-PhysX-Hardware vorbehalten. Dessen ungeachtet können die Systemanforderungen aber auch ohne zusätzlichen Physikbeschleuniger erfüllt werden. Für eine komfortable Steuerung empfiehlt sich eine Grafikkarte mit 256 Megabyte sowie ein ein Gigabyte Hauptspeicher. Weniger lässt das Platzieren von Gegenständen zur Geduldsprobe werden, zumal bestimmte Bauteile auf den Pixel genau gesetzt werden müssen. An der Bedienphilosophie gibt es indes nichts mäkeln.

Per Rechtsklick auf einen Gegenstand öffnet sich ein Menükranz, der das Drehen oder Spiegeln des Objekts per Mausklick ermöglicht. Vorbildlich ist die intelligente Zoomfunktion, die von professionellen Grafikprogrammen inspiriert ist. So wird beim Drehen des Mausrads jeweils die Stelle des Bildschirms vergrößert, an der sich der Cursor befindet. Eine dynamische Kamera ermöglicht die Betrachtung der aberwitzigen Apparaturen aus verschiedenen Blickwinkeln. Zur genauen Analyse dürfen die Kettenreaktionen auch in Zeitlupe abgefahren werden.

Witzig, fordernd, intelligent

"cm² - Crazy Machines II" ist eines jener Games, das Laufpublikum, welches dem Spieler zunächst nur beiläufig über die Schulter blickt, anhalten lässt und zu Ratschlägen verleitet. Insofern taugt es auch als Gesellschaftsspiel, obwohl es keinen Multiplayermodus im eigentlichen Sinne bietet. Die Tatsache, dass selbst Physikmuffel das Tüftelfieber packt, zeugt vom erneuten Gelingen des Experiments. Unterhaltsamer kann Naturwissenschaft am Computer schwer sein.

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Dieser Artikel wurde mit den Schlagworten Gaming, Testbericht, Simulation, Puzzle & Rätsel, Audio & Musik und Videospiel versehen.

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