ScreamRide im Test: Leider ohne viel Adrenalin

Mit voller Wucht gegen die Wand

von Eileen Wegner
ScreamRide Test Teaserbild

Achterbahnen fahren, Städte zerstören und als Ingenieur neue Attraktionen bauen - klingt lustig und nach viel Adrenalin. Leider schafft es ScreamRide nicht, dieses Potenzial zu nutzen und in ein spaßiges Spiel umzuwandeln.

Beschleunigen, Rechtskurve, Looping und schnell abbremsen, damit ich nicht aus der nächsten Kurve fliege und BÄMS! Dann ist es doch passiert. Meine Testpersonen fliegen gegen ein Hochhaus. Also noch mal von vorn. Das Spielprinzip läuft getreu dem Motto: Trial-and-Error. Ziel des Spiels ist es, Achterbahnen selbst zu fahren und zu bauen sowie Gebäude zu zerstören. Dieses natürlich nicht wie in einer Simulation, sondern möglichst verrückt. Die eigentliche Geschichte, dass ich für eine Organisation neue Wege des Adrenalinrausches testen soll, ist ziemlich egal und ergibt sich nur durch die Einführungsvideos.

Wie der Titel schon andeutet, sollen hierbei möglichst viele Schreie von den Passagieren, dessen Wagen ich steuere, ergattert werden. Komischerweise haben diese keinen großen Einfluss auf die Punkte, die ich sammele. Diese sammele ich für meine Performance, möglichst wenige Fehler und die Schnelligkeit. Leider sehe ich keinen Sinn in meinem Tun, weil es kein wirkliches Ziel in dem Spiel gibt, außer die nächsten Level freizuschalten.

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Höher, schneller, weiter

Generell teilt sich ScreamRide in drei verschiedene Spielmodi: Achterbahnfahrer, Zerstörer und Ingenieur.

Im ersten Modus darf ich verrückte Achterbahnen fahren und muss dabei versuchen, durch Beschleunigen und Bremsen möglichst auf der Fahrbahn zu bleiben. Wenn doch ein Unfall passiert, kann ich mich direkt wieder auf die Schienen setzen lassen, was keinen großen Nachteil nach sich zieht, außer dass ein wenig Zeit flöten geht. Denn die Schwelle, um neue Level freizuschalten, ist so niedrig gesetzt, dass ich ohne Anstrengungen weiterkomme. Hier liegt eins der größten Probleme des Spiels. Es ist zu einfach, zu wenig anspruchsvoll, um meinen Ehrgeiz zu fordern und in jedem Level die besten Punkte zu sammeln.

Im Zerstörermodus sieht das schon ein wenig anders aus. Ich muss mit Achtbahnwaggons oder Katapulten Gebäude zerstören. Also die Geschwindigkeit der Abschussrampe einstellen und nach Herzenslust Gebäude in Schutt und Asche legen. Das lässt die Schadenfreude in mir hochbrodeln. Besonders wenn ich Sprengsätze getroffen habe und so Kettenreaktionen von Explosionen auslöse. Hier werden die Level auch immer kniffliger, und später muss ich Trampoline und Zielscheiben treffen. So geschieht es dann doch, dass ich mich dabei ertappe, wie ich die Level mehrfach spiele, um alle Möglichkeiten der Zerstörung auszuprobieren.

Nicht nur Achterbahnfahren, sondern auch mal selbst welche bauen: Ingenieurmodus.
Nicht nur Achterbahnfahren, sondern auch mal selbst welche bauen: Ingenieurmodus.

Selbst bauen? Nein, danke!

Leider macht mir das Ingenieursein keinen Spaß. Nachdem ich ein paar Achterbahnen gebaut habe, ist das Gameplay sehr redundant. Zudem stört es mich sehr, dass die Bauteile limitiert sind. Obwohl das Spiel als verrückt und sonderbar daherkommt, kann ich mich nicht kreativ ausleben und waghalsige Fahrten kreieren. Zudem frage ich mich, warum ich meine eigenen Achterbahnen nicht fahren kann, sondern nur über die verschiedenen Kameraperspektiven zusehen darf.

Da ich in anderen Modi selbst die Wagen auf den Schienen lenken darf, macht es für mich wenig Sinn, dass diese beiden Aspekte nicht miteinander verknüpft werden. Und so passiert es dann: Nach ein paar Level habe ich keine Lust mehr, neue Attraktionen zu bauen, wenn ich nicht mitfahren kann. Dazu kommt eine schlechte Kamerasteuerung. Deshalb wird dieser Modus wird nur noch gespielt, um die letzten Punkte zum Freischalten neuer Level zu erreichen.

Hinzu kommt, dass auch die Optik des Spiels nicht überzeugt. Alles wirkt starr, und viele Details sind in den Animationen nicht zu finden. Auch meine Testpersonen sehen alle gleich aus. Die Zwischensequenzen wiederholen sich und sind vollgepackt mit Floskeln wie "Da liegt der Hase im Pfeffer" oder "Geh an die Grenzen der G-Kraft". Bereits nach drei Fahrten konnte ich sie mitsprechen, was nicht für das Spiel spricht. Es fehlt einfach an Abwechslung in sehr vielen Aspekten des Spiels.

Vorsicht vor steilen Kurven. Passagiere können gern mal rausfliegen, auch mal mit dem gesamten Wagen.
Vorsicht vor steilen Kurven. Passagiere können gern mal rausfliegen, auch mal mit dem gesamten Wagen.

ScreamRide: Fazit

Stets bemüht 4.5/10

So würde wohl die Bewertung auf dem Arbeitszeugnis lauten. ScreamRide ist mal ein anderes Spiel, bietet aber viel zu wenig. Nervige, sich wiederholende Floskeln gepaart mit eintönigem Gameplay sind für einen Konsolentitel dieser Preisklasse viel zu wenig. Wäre ScreamRide eine Smartphone-Umsetzung für ein paar Euro, dann hätte man über ein paar Sachen hinwegsehen können. So bleibt ein eintöniger und fader Beigeschmack zurück, da nur einer der drei Modi mehr als zehn Minuten Spaß machen kann.

Das hat uns gefallen

  • Gebäude zerstören macht Spaß
  • kurze Level

Das hat uns nicht gefallen

  • redundante Zwischensequenzen
  • Spielerisch wenig genutztes Potential
  • sehr einfache Level
  • Ingenieurmodus wirkt halbgar
Testnote 4,5 von 10
Bewertet von Eileen Wegner
2,0 / 10
Spielzeit
9,0 / 10
Einstieg
8,0 / 10
Technik
Informationen zum Spiel

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7
Leserwertung

Hier könnt ihr das Produkt ScreamRide selbst bewerten.

Die Leserwertung beträgt 7 von 10 möglichen Punkten bei 3 abgegebenen Stimmen.
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Bestenlisten

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Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Computer, Gaming, Testbericht, Konsole, Microsoft, Simulation, Microsoft Xbox 360, Microsoft Xbox One und ScreamRide.

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