Roaming in der EU: Das müsst ihr wissen

Vorsicht vor versteckten Kostenfallen!

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von Jan Kluczniok
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Die EU macht Schluss mit Roaming-Gebühren. Für Telefonate und Nachrichten aus dem Urlaub fallen keine zusätzlichen Roaming-Gebühren mehr an und auch euer Datenvolumen könnt ihr im EU-Ausland nutzen. Doch es gibt Ausnahmen und Kostenfallen, die auf euch lauern. Folgendes müsst ihr beim "Roam like at home" beachten.

Im Ausland genauso viel zahlen wie zu Hause: Die EU hat das Roaming 2017 komplett abgeschafft.
Im Ausland genauso viel zahlen wie zu Hause: Die EU hat das Roaming 2017 komplett abgeschafft. (Quelle: Rawpixel/depositphotos.com)

Inhaltsverzeichnis

  1. Muss ich etwas machen, um "Roam like at home" zu nutzen?
  2. Wo gilt die Regelung?
  3. Vorsicht in diesem Fall zahlt ihr weiterhin Roaming-Gebühren!
  4. Ich habe vor den neuen Regeln einen speziellen EU-Roaming-Tarif abgeschlossen. Was passiert nun damit?

Seit dem 15. Juni 2017 zahlt ihr keine zusätzlichen Roaming-Gebühren mehr, wenn ihr aus dem EU-Ausland nach Hause telefoniert, eine SMS versendet oder im Internet surft. So sieht es die "Roam like at home"-Regelung der Europäischen Union (EU) vor.

Das klingt verlockend! Doch wie immer gibt es auch bei dieser Verordnung Ausnahmen, die ihr beachten solltet, damit es zu keinen unangenehmen Überraschungen auf der nächsten Mobilfunkrechnung kommt. Netzwelt beantwortet nachfolgend die wichtigsten Fragen zum Thema "Roaming in der EU".

Muss ich etwas machen, um "Roam like at home" zu nutzen?

Nein! "Roam Like at Home" sollte automatisch aktiviert sein. Wie bislang erhaltet ihr aber eine SMS, wenn ihr im Ausland seid, die euch darüber informiert, dass ihr Roaming nutzt. Vereinzelt gibt es auch sogenannte National-Tarife. Mit diesen ist die Mobilfunknutzung nur im Inland möglich. Im Ausland wird die SIM-Karte automatisch deaktiviert. In diesem Fall könnt ihr "Roam like at home" nicht nutzen.

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Wo gilt die Regelung?

Die Regelung gilt in allen 28 EU-Ländern (siehe Tabelle). Zudem haben sich auch die Nicht-EU-Staaten Island, Liechtenstein und Norwegen der Regelung angeschlossen.

Ausgenommen von der Regelung sind die Schweiz, Andorra, San Marino, die Türkei und Monaco. Wie hoch die Roaming-Gebühren in den einzelnen Ländern ausfallen, erfahrt ihr in den verlinkten Länder-Specials.

Vorsicht in diesem Fall zahlt ihr weiterhin Roaming-Gebühren!

Prinzipiell müsst ihr einen Mobilfunkvertrag mit All-Net- und Internet-Flatrate vorausgesetzt, im EU-Ausland keine zusätzlichen Gebühren zu eurem Mobilfunkvertrag mehr fürchten. Es gibt jedoch Ausnahmen:

  • "Bei Reisen per Schiff oder Flugzeug in der EU gilt die neue Regel nur am (Flug-)hafen. Auf offener See oder in der Luft wählt sich das Handy in das Satellitensystem ein. Dann gilt das Roaming zu Inlandspreisen nicht mehr. Es kann also sehr teuer werden, denn es gelten keine Preisobergrenzen", erklärt Rechtsanwalt Christian Solmecke von der Kanzlei Wilde Beuger Solmecke.
  • Kosten können auch auf Nutzer zukommen, deren Vertrag keine Telefon-Flat in alle Netze, sondern nur in das Netz des eigenen Anbieters enthält. Bei netzinternen Flatrates, häufig auch Community-Flatrates genannt, können alle Roamingminuten wie ein Telefonat in ein anderes Netz abgerechnet werden - auch, wenn man beim selben nationalen Betreiber ist.
  • Die neue "Roam like at home"-Regelung sieht keine Obergrenzen für Telefonate und SMS im Ausland vor, anders sieht es bei der Datennutzung aus. Mobilfunkanbieter können hier die Datennutzung im europäischen Ausland nach der sogenannten Fair-use-Regelung begrenzen. Überschreitet ihr das vom Provider festgelegte Volumen können Roaming-Gebühren anfallen. Diese dürfen aktuell maximal 7,70 Euro pro Gigabyte zuzüglich Mehrwertsteuer betragen. Bis 2022 will die EU diesen Betrag auf 2,50 Euro pro Gigabyte reduzieren.
  • Die neue Regelung gilt zudem nur, wenn für kurzzeitige Aufenthalte. Wer dauerhaft Roaming nutzt, kann vom Anbieter zur Kasse gebeten werden. "Dauerhaftes Roaming" liegt etwa vor, wenn ein Nutzer eine SIM-Karte im Ausland kauft, weil die Preise dort niedriger sind und die SIM-Karte aber nur zu Hause genutzt wird. So will die EU Missbrauch vorbeugen. Auch bei längeren Aufenthalten im Ausland wie einem Auslandssemester solltet ihr euch vorher informieren. Die maximale Roamingdauer beträgt im Schnitt vier Monate.
  • Last but not least müsst ihr zudem zahlen, wenn ihr aus eurem Heimatland Freunde im Ausland anruft. Denn hierfür gelten die "Roam Like at Home"-Regeln nicht.

Ich habe vor den neuen Regeln einen speziellen EU-Roaming-Tarif abgeschlossen. Was passiert nun damit?

Beinhaltet euer Vertrag spezielle Roaming-Konditionen, für die ihr einen höheren Preis zahlt, muss euch euer Anbieter kontaktieren. Ihr habt dann die Möglichkeit, den Tarif zu behalten oder auf die neue EU-Regelung zu wechseln.

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Hier gilt es im Einzelfall abzuwägen. Womöglich enthält euer Tarif günstige Roaming-Konditionen auch für die Schweiz oder Übersee. In diesem Fall lohnt es sich vielleicht den Tarif trotz höherer Kosten zu behalten.

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Dieser Artikel wurde mit den Schlagworten Mobile, Internet und Technik im Urlaub versehen.

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