Tinder: Weshalb ihr mit euren Daten nicht so schlampig umgehen solltet

60 % aller Nutzer schützen ihre Daten kaum

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von Alexander Kant
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Online-Dating ist beliebt - vor allem via Tinder. Doch viele Nutzer sind sich der Gefahr beim Flirten mit dem Smartphone nicht bewusst. Denn die Nutzer gehen teilweise sehr unachtsam mit ihren Daten um. Dies öffnet Stalkern Tür und Tor. So könnt ihr eure Daten schützen.

Tinder ist eine der beliebtesten Dating-Apps in Deutschland, trotzdem solltet ihr nicht öffentlich mit euren Daten um euch werfen.
Tinder ist eine der beliebtesten Dating-Apps in Deutschland, trotzdem solltet ihr nicht öffentlich mit euren Daten um euch werfen. (Quelle: Wavebreakmedia /depositphotos.com)

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Risiken
  2. So schützt ihr euch

Tinder zählt mit rund 2,8 Millionen Nutzern zu den beliebtesten Dating-Apps in Deutschland. Doch neben der großen Liebe oder einem heißen Flirt lauern laut einer Kaspersky-Analyse in der App auch zahlreiche Gefahren auf euch. Die Sicherheitsforscher des Softwareunternehmens haben verschiedene Online-Datingapps getestet - darunter auch Tinder. Aufgefallen ist bei den Untersuchungen wie unbefangen Nutzer in den Apps mit ihren persönlichen Daten umgehen. So werden etwa häufig Angaben zum Arbeitgeber oder Studienplatz gemacht. Das öffnet Stalkern und anderen Kriminellen Tür und Tor.

Die Risiken

Habt ihr solche Informationen im Profil angegeben, besteht die Gefahr, dass sich ein verschmähter Liebhaber genauer über euch informiert. Mit euren Namen, eurem Profilbild und solchen zusätzlichen Angaben ist es ein leichtes, euch im Netz ausfindig zu machen und weitere Informationen über euch zu sammeln. Diese können dann zum Beispiel für einen Identitätsdiebstahl genutzt werden.

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Mit etwas krimineller Energie lässt sich via Tinder sogar euer echter Aufenthaltsort ermitteln. Die App gibt nämlich an, wie weit ein anderer Nutzer vom eigenen Standort in Kilometern entfernt ist. Zwar verzichtet Tinder hier auf eine Richtungsangabe, füttert man die App jedoch mit gefälschten GPS-Daten lässt sich schnell eingrenzen, wo ihr euch ungefähr aufhaltet. So kann es schnell zu unliebsamen Begegnungen kommen.

Weitere Gefahren lauern in der technischen Umsetzung des Datentransfers zwischen der App und den Servern. Die Sicherheitsexperten skizzieren hier in ihrem Blogbeitrag gleich mehrere Möglichkeiten, wie sich dieser auslesen lässt. So ist es etwa laut Kaspersky möglich, dass sich Malware sogenannte "Superuser-Rechte" auf eurem Smartphone erschleicht und sensible Daten ausliest.

Catfishing - Wenn der Stalker zu einer anderen Person wird

Catfishing ist eine sehr perfide Art des Stalkings. Der Stalker erstellt sich dabei auf beliebig vielen Sozialen Netzwerken einen Fake-Account, sei es eine erfundene Person oder ein realer Bekannter. Hier nutzt der Stalker möglichst viele Informationen der erfundenen oder realen Person, um seine eigene Identität so gut es geht zu verschleiern. Dann benutzt er diese "Anonymität" um eine Internetbeziehung zu seinem Opfer aufzubauen.

Auch auf Tinder kann sich ein "Catfisher" herumtreiben, schließlich ist es ein Soziales Netzwerk für Dating-Willige. Damit der Betrug via Tinder nicht auffällt, werden gerne weitere Social-Media-Konten auf gängigen Plattformen wie Facebook oder Twitter erstellt. Doch wie erkennt ihr solche Betrüger auf Tinder?

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Schaut ihr euch die verschiedenen Profile auf Facebook oder Twitter an, könnte ihr eventuell Gemeinsamkeiten an den Bildern zu Tinder feststellen, denn häufig beinhalten alle Profile die gleichen Bilder. Weiterhin können angeblich "perfekte" Bilder auf Tinder gefälscht sein. Nutzt daher gerne die Google-Bildersuche, um das Profilbild eventuell in einem Stockbild-Katalog zu finden. Ein weiteres Indiz sind manchmal relativ wenige Facebook-Freunde, denn der Standard-Nutzer auf Facebook hat laut Symantec knapp 130 Freunde.

So schützt ihr euch

Um euch vor diesen Gefahren zu schützen, solltet ihr darauf achten, möglichst wenig Informationen über euch Preis zu geben. So könnt ihr unter anderem die Angaben über Alter und Entfernung in den Einstellungen eurer Tinder-App einfach ausschalten. Dies ist aber leider nur mit einem Tinder Plus-Abo möglich. Angaben über eure Schule oder euren Arbeitgeber könnt ihr aber auch ohne Abo abschalten. Wie ihr das macht, erfahrt ihr in dieser Bildergalerie:

Tinder Plus: So verbannt ihr Alter und Entfernung aus dem Profil

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Netzwelt empfiehlt außerdem auf eine Anmeldung per Facebook zu verzichten und eine Anmeldung per Telefonnummer vorzunehmen. So habt ihr mehr Kontrolle darüber, welche Daten ihr mit Tinder teilt. Zusätzlich solltet ihr nicht die gleichen Profilbilder bei Facebook und Tinder benutzen. Das erschwert das Finden eures Social-Media-Profils in anderen Netzwerken.

Um euch und eure Daten vor Angriffen zu schützen, solltet ihr außerdem immer eine aktuelle Antiviren-Software installiert haben. Sei es für Windows oder Android. Denn mit einem aktuellen Schutz hat Schadsoftware keine Möglichkeit überhaupt auf euer Gerät zu kommen und wird gleich entdeckt. Solltet ihr mit einem Android- und iOS-Gerät ausgestattet sein, empfiehlt sich eher die iOS-App von Tinder zu nutzen. Laut Kaspersky haben Malware-Attacken hier noch Seltenheitswert.

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Natürlich gibt es neben den von Kaspersky genannten Gefahren noch weitere, etwa Romance-Scamming. Dabei versuchen euch Cyberkriminelle mit gefälschten Profilen, um euer Geld zu erleichtern. Ihr wollt Tinder nun nicht mehr nutzen? Leider reicht es nicht, die App einfach zu deinstallieren, um euer Konto zu löschen. Wir verraten euch in einer separaten Anleitung, wie ihr euch bei Tinder abmeldet und euer Tinder-Konto vollständig löscht.

Alternative Dating-Apps zu Tinder findet ihr in unserem Text über beliebte Tinder-Alternativen. Netzwelt hat zudem mehrere kostenlose Partnerbörsen getestet und miteinander verglichen. Wir verraten euch, im verlinkten Text, wo ihr die große Liebe im Netz findet.

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Dieser Artikel wurde mit den Schlagworten Internet, Tinder, Aktuelle Betrugswarnungen und Dating- & Flirt-Apps versehen.

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