Wie roote ich mein Smartphone?

Benjamin Lucks - Profilbild
von Benjamin Lucks
Teilen

Euch ist der Begriff Root schon einmal über den Weg gelaufen oder eure Freunde haben mit den Funktionen ihres gerooteten Smartphones geprahlt? Erfahrt in unserem Artikel, warum ihr über das Rooting eures Android-Phones nachdenken solltet. Gleichzeitig wollen wir euch über die Nachteile informieren und euch zeigen, wie das Rooten eures Geräts sicher funktioniert.

Anleitungen zu diesem Thema nach Programmen gruppiert

Damit Betriebssysteme sicher und stabil funktionieren können, vergeben die Entwickler verschiedene Sicherheitsrechte. So seid ihr auf eurem Windows-Betriebssystem entweder der Administrator oder einfach nur ein Benutzer. Auch mobile Betriebssysteme wie Android nutzen solche Benutzerrechte. Da Linux die Grundlage für Googles Betriebssystem ist, heißt der Administrator hier "Root-User" oder auch "SuperUser".

Was ist eigentlich Rooting?

Dieser Nutzer bekommt den Zugriff auf das Herz des Betriebssystems, den sogenannten Kernel. Durch Rooting werdet ihr zum SuperUser und erhaltet den Generalschlüssel für euer Android.

Was bringt Root?

Eine der beliebtesten Anpassungen bei gerooteten Betriebssystemen ist die Installation von Custom-Roms wie Lineage OS (ehemals Cyanogenmod). Hiermit sind Versionen von Android gemeint, die von freien Entwicklern eigenständig programmiert wurden und sich gänzlich von der Software eures Handy-Herstellers unterscheiden. Um stabil und flüssig zu funktionieren, müssen Custom-Roms für jedes Handymodell individuell angepasst werden. Einige Hersteller von Custom-Roms bieten Gerätelisten an. So seht ihr, ob die ROM mit eurem Smartphone kompatibel ist. Eine Liste von zu LineageOS kompatiblen Smartphones haben wir euch verlinkt.

Wie roote ich mein Smartphone? Netzwelt verrät es euch.
Wie roote ich mein Smartphone? Netzwelt verrät es euch. (Quelle: goceristeski/depositphotos.com ; tankist267/depositphotos.com ; marcbruxelle/depositphotos.com)

Allerdings müsst ihr euer Betriebssystem nicht gleich vollständig ersetzen. Auch mit gerooteten Herstellerversionen von Android lassen sich spannende Dinge anstellen. Falls euer Speicher durch vorinstallierte Apps belegt wird und ihr diese bisher nicht löschen konntet, erlaubt euch Rooting eine ausführliche Grundreinigung. In der Regel dürfen hierdurch alle Apps frei installiert, gelöscht und sogar auf externe SD-Karten kopiert werden. Zwar sieht auch Google dies in seinem OS vor, diverse Smartphone-Hersteller blockieren die Adoptable-Storage genannte Funktion aber auf ihren Geräten.

Die 10 besten Root-Apps
Die 10 besten Root-Apps Artikel Längere Akkulaufzeit, mehr Speicherplatz Nachdem ihr euer Android-Smartphone gerootet habt, steht die ganze Welt der Apps für euch bereit. Welche Apps auf eurem entsperrten Telefon aus dem Vollen schöpfen, zeigt euch netzwelt. Zum Artikel

Installiert ihr Apps, die Root-Rechte verlangen, öffnen sich neue Welten für die Konfiguration eures Smartphones. Gefallen euch die Icons in der Taskleiste aktuell nicht? Durch clevere Anwendungen dürft ihr sie durch andere Icons tauschen oder ihre Reihenfolge ändern. Ihr findet den Vibrationsmotor eures Android-Smartphones zu kräftig? Dank Root könnt ihr ihn drosseln oder sogar Intervalle einstellen. Für fast jedes Szenario hält der Google Play-Store Apps bereit, die auf normalen Smartphones nicht funktionieren.

Neues Android für alte Geräte

Auch die Verbindung nach außen lässt sich nach dem Rooting ausführlicher verwalten. Wenn ihr euch um eure Privatsphäre beim Surfen und bei der Bedienung eures Smartphones Sorgen macht, lassen sich Verbindungen nun besser verwalten. Hierzu gibt es Apps, die auf gerooteten Smartphones Verbindungsprotokolle anlegen und sogar über verdächtige Zugriffe warnen.

Android-Smartphones erhalten in der Regel nur 24 Monate lang Updates. Nach dieser Frist müsst ihr auf das neueste Android verzichten oder ein neues Gerät kaufen. Auch in diesem Fall kann euch das Rooten eures Smartphones helfen. Custom-ROMs wie Lineage OS bringen häufig neue Android-Version auf ältere Geräte, selbst wenn der Hersteller keine offiziellen Updates mehr bereitstellt. Oftmals erhaltet ihr entsprechende Aktualisierungen sogar schneller, da die Custom-ROMs keine aufwendigen Test- und Zertifizierungsprozesse durchlaufen müssen.

Aktuellere Updates dank Root.
Aktuellere Updates dank Root. (Quelle: HannaTolak/depositphotos.com)

Die Möglichkeiten, die sich einem durch Rooten des Smartphones eröffnen, klingen verlockend. Euren täglichen Begleiter haargenau an eure Bedürfnisse anzupassen, ist eine schöne Vorstellung. Allerdings ähnelt der Eingriff in euer Smartphone der eigenhändigen Reparatur eures Autos. Ihr solltet euch in beiden Fällen über die Gefahren bewusst sein und bei jedem Schritt genau wissen, was ihr gerade tut.

Was sind die Nachteile und Gefahren am Rooten?

Das Verändern der Herstellerversionen von Android gefällt zwar vielen Nutzern, den Herstellern ist es jedoch ein Dorn im Auge. Um dem wahllosen Rooten und dem Komplettausfall zahlreicher Geräte vorzubeugen, reagieren die meisten Hersteller mit Garantieverlusten. Schickt ihr euer gerootetes Gerät ein, wird es wahrscheinlich mit einem mahnenden Brief zurückgesandt.

Der mobile Eintritt in eure Online-Bank wird bei der Verbindung über ein gerootetes Gerät wahrscheinlich abgelehnt. Die Zertifikate, die beim Online-Banking eingesetzt werden, sorgen für einen besonders hohen Sicherheitsstandard. Gerootete Smartphones fallen hierbei durch das Raster und werden abgelehnt. Denn wo ihr als Hauptnutzer freien Zugriff auf das Dateisystem habt, können auch Schadprogramme und Viren nach Lust und Laune wüten. Ein zuverlässiger Virenschutz ist also Pflicht.

Ähnlich verhält es sich auch bei einigen Apps. Fans von Pokémon Go mussten beim Hype des unterhaltsamen Suchspiels mit ihren entsperrten Geräten zu Hause bleiben. Bei der beliebten Social-Media-App Snapchat blieb die Kamera ebenfalls aus. Überlegt euch vor dem Rooten also genau, welche Apps ihr entbehren könntet und welche ihr im Alltag unbedingt braucht.

Backup ist unbedingt notwendig

Falls euch der Zugriff auf das gesamte Dateisystem fasziniert und ihr Interesse am Generalschlüssel eures Betriebssystems habt, müssen wir euch warnen. In den meisten Fällen ist der Eingriff in euer Smartphone so gravierend, dass die Änderungen manuell nicht rückgängig gemacht werden können. Legt in jedem Fall ein gründliches Datenbackup an, um eure Musik, Fotos und Kontakte zu sichern.

Wie roote ich mein Android-Smartphone?

Ein Backup ist beim Rooten pflicht.
Ein Backup ist beim Rooten pflicht. (Quelle: stuartmiles/depositphotos.com)

Die Vorgehensweise beim Rooten des Smartphones ist je nach Modell und Hersteller unterschiedlich. Das liegt daran, dass hier Sicherheitslücke im Android-Betriebssystem ausgenutzt werden, um SuperUser-Rechte zu erlangen. Diese unterscheiden sich je nach Hersteller und Modell. Clevere Entwickler haben Apps entworfen, mit denen ihr diverse Handys mit nur einem Klick rooten könnt. Nötig sind hierbei nur ein USB-Datenkabel und aktiviertes USB-Debugging.

Wir raten euch aber von diesen One-Klick-Rooter genannten Programmen ab. Zwar könnt ihr mit diesen Methoden durchaus Erfolg haben. Häufig laufen die Programme allerdings ins Leere, da sie versuchen eine Sicherheitslücke auszunutzen, die der Hersteller bereits geschlossen hat. Mitunter kann euer Gerät dabei sogar geschädigt werden. Auch lässt sich nicht immer nachvollziehen, wer hinter einem One-Klick-Rooter steckt. Die Gefahr sich eine Fake-App einzufangen, Ransomware und Viren enthält, ist somit groß.

Eine manuelle Installation mindert diese Gefahr. Wie ihr dabei vorgehen müsst, haben wir euch in den folgende Anleitungen für die wichtigsten Hersteller dargestellt. Ihr habt das Rooten schon durchgeführt und sucht nach praktischen Apps? Wir haben für euch die 10 besten Apps für gerootete Smartphones im verlinkten Artikel zusammengestellt.

Apple iOS: So installiert ihr den Electra-Jailbreak auf iPhone und iPad
Apple iOS: So installiert ihr den Electra-Jailbreak auf iPhone und iPad So müsst ihr vorgehen Ihr habt ein iPhone oder iPad, auf dem noch nicht iOS 11.4 oder 11.4.1 läuft? Dann habt ihr die Möglichkeit, auf diesem einen Jailbreak zu installieren. Wie das funktioniert, zeigen wir euch ...
Apple iOS: So entfernt ihr den Electra-Jailbreak vom iPhone oder iPad
Apple iOS: So entfernt ihr den Electra-Jailbreak vom iPhone oder iPad So klappt es! Ihr habt euer iPhone oder iPad mit dem Electra-Jailbreak geknackt, wollt dies aber rückgängig machen? Wir zeigen euch in dieser Anleitung Schritt für Schritt, wie ihr den Jailbreak wieder ...
Android: So rootet ihr euer Samsung Galaxy-Smartphone oder -Tablet
Android: So rootet ihr euer Samsung Galaxy-Smartphone oder -Tablet Klassische Entsperrmethode Der Root-Zugriff auf eurem Smartphone eröffnet euch zahlreiche neue Optionen. Wie ihr euer Samsung Galaxy-Smartphone oder -Tablet-PC rooten könnt, zeigen wir euch in dieser Anleitung.

Ähnliche Themen

Sonderangebot für netzwelt-Leser:Spare 70% auf Driver Booster PRO! Optimiere deine PC-Leistung mit den aktuellsten Treibern!
zur
Startseite

zur
Startseite