Wiko Rainbow Lite im Test: Schönheit hat ihren Preis

Schickeres Design, schwächere Hardware

Das Wiko Rainbow Lite sieht gut aus, hat technisch aber nicht so viel zu bieten.

Die Rainbow-Serie von Wiko ist für ihr gutes Preisleistungsverhältnis bekannt. Designpreise gewannen die Rainbow-Modelle aber noch nicht. Bis jetzt. Mit dem Rainbow Lite stellt sich ein dünnes, schickes Android-Smartphone dem netzwelt-Test. Dafür müssen Käufer aber Abstriche bei der Hardware machen. Sind diese noch akzeptabel?

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Ausstattung, Leistung und Bedienung
  3. Sprachqualität und Akkulaufzeit
  4. Kamera
  5. Fazit & Alternativen
  6. Datenblatt

Design und Verarbeitung

Wofür der Zusatz "Lite" beim neuen Rainbow-Modell steht, dürften Nutzer auf den ersten Blick erkennen. Denn das Wiko-Smartphone hat im Vergleich zum Schwestermodell Rainbow 4G abgespeckt. Das Gehäuse ist nur noch 8,9 Millimeter und nicht mehr 10 Millimeter dick.

Das Gewicht konnte Wiko ebenfalls drücken. Statt 175 Gramm wie das Rainbow 4G bringt das Rainbow Lite nur 160 Gramm auf die Waage, was für ein Polycarbonat-Smartphone aber noch immer ein sehr hoher Wert ist.

Durch die schlanke Form liegt das Rainbow Lite dennoch besser in der Hand als die 4G-Variante. Alle Tasten sind zudem gut zu erreichen. An der Verarbeitungsqualität hat sich nichts geändert. Der Mantel des Rainbow Lite besteht wie gehabt aus griffigem Kunststoff. Leider zeigte sich dieser im Test noch immer anfällig für Fettfinger.

Erhältlich ist das Rainbow Lite in vielen bunten Farben. Zur Auswahl stehen Weiß, Türkis, Rot, Blau und Schwarz.

Ausstattung, Leistung und Bedienung

Leider bezieht sich das "Lite" im Namen aber nicht nur auf das Äußere, sondern auch auf die Ausstattung. Für das schickere Design müsst ihr beim Rainbow Lite Einschnitte bei der Hardware in Kauf nehmen. Der wohl auffälligste Unterschied: Das Lite-Modell bietet kein HD-Display, stattdessen verteilt Wiko 854 x 480 Bildpunkte auf der fünf Zoll großen Bilddiagonale. Das ergibt eine Pixeldichte von nur 195 Pixeln per Inch. Dementsprechend grobkörnig wirkt die Anzeige. Nichts für HD-verwöhnte Augen.

Als Prozessor fungiert wie im Wiko Rainbow der Quad-Core-Chip MT6582 des taiwanischen Herstellers MediaTek. Die Leistung liegt damit in etwa auf dem Niveau des ersten Moto G. Das reicht für die alltäglichen Aufgaben, wenn man über den ein oder anderen Bedenkmoment hinwegsieht. Eine Gaming-Maschine ist das Wiko Rainbow Lite aber nicht.

Die übrige Ausstattung fällt für die Preisklasse ordentlich aus. Das knapp 120 Euro teure Wiko Rainbow Lite bietet einen 8-Gigabyte-Gerätespeicher, der sich bei Bedarf noch per microSD-Karte erweitern lässt. Zudem kann das Smartphone wahlweise auch mit zwei SIM-Karten bestückt und somit als Dual-SIM-Smartphone genutzt werden.

LTE-fähig ist das Rainbow Lite aber nicht, das ist in dieser Preisklasse auch längst noch keine Selbstverständlichkeit.

Schön: Als Betriebssystem werkelt mit Android 5.0 Lollipop zumindest eine noch halbwegs aktuelle Variante von Googles Handy-OS auf dem Wiko Rainbow Lite. Ein Update auf 5.1 Lollipop oder 6.0 Marshmallow ist aktuell nicht angekündigt. Angesichts der bisherigen Update-Politik von Wiko in Bezug auf die Rainbow-Geräte rechnen wir damit auch nicht mehr. Android-Updates verteilt der Hersteller in der Regel nur für die höherpreisigen Highway-Modelle.

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Lieferte Wiko bislang seine Geräte mit nahezu purem Android aus, beginnt der französische Hersteller nun damit, die Oberfläche stärker anzupassen. Die Einsteiger-Modelle wie Rainbow, Lenny und Co. sind mit einer iOS-ähnlichen Oberfläche ausgestattet. Ein App-Drawer fehlt hier. Alle Anwendungen liegen direkt auf dem Startbildschirm und können von dort auch wieder deinstalliert werden. So sollen unerfahrene Nutzer sich leichter im System zurechtfinden.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Die Sprachqualität ist für ein 130-Euro-Smartphone typisch. Nebengeräusche sind deutlich zu hören, die Stimmen klingen eher blechern. Für kurze Gespräche ist das aber in Ordnung.

Als Energiespeicher fungiert ein wechselbarer 2.000-Milliamperestunden-Akku. Im Test brachte er uns erfolgreich durch den Tag. Auch anderthalb Tage sollte er bei durchschnittlicher Nutzung halten. Ist er einmal leer, muss das Wiko Rainbow Lite aber für lange Zeit an die Steckdose. Über drei Stunden dauerte eine Vollladung in unserem Test.

Kamera

Bei guten Lichtverhältnissen liefert die Kamera des Wiko Rainbow Lite brauchbare Fotos.
Bei guten Lichtverhältnissen liefert die Kamera des Wiko Rainbow Lite brauchbare Fotos. (Quelle: netzwelt)

Für Foto- und Videoaufnahmen bietet das Rainbow Lite eine 5-Megapixel-Kamera. Sie liefert im Test, ausreichend Licht vorausgesetzt, brauchbare Schnappschüsse, die im Sichttest mit einer ordentlichen Detailtiefe und natürlichen Farbwiedergabe glänzen. Bei schwierigeren Lichtverhältnissen - etwa in Innenräumen - fällt die Qualität jedoch schnell ab. Das Rainbow Lite produziert dann Schnappschüsse mit Farbfehlern und deutlich sichtbarem Rauschen in den Randbereichen.

Wiko Rainbow Lite: Test-Sample

Videoaufnahmen sind zwar in Full HD(!) möglich, schnelle Bewegungen und Kameraschwenks bekommen dem Rainbow Lite aber nicht gut. In unserem kurzen HD-Test-Clip musste die Kamera praktisch sekündlich nachbelichten und zog deutlich nach.

Wiko Rainbow Lite: Fazit

Schicker Androide mit Pixelbrei-Display 5.4/10

Das Rainbow Lite sieht trotz des niedrigen Preises schick aus. Performance und Kamera sind für den Preis ebenfalls in Ordnung. Harte Einschnitte nimmt Wiko aber beim Bildschirm vor. Das schlanke Design entschädigt aus unserer Sicht aber nicht für den pixeligen Touchscreen.

Das hat uns gefallen

  • schickes Design
  • Dual-SIM

Das hat uns nicht gefallen

  • pixeliger Bildschirm
  • kein LTE
Testnote 5,4 von 10
Jan Kluczniok
Bewertet von Jan Kluczniok
7,0 / 10
Design und Verarbeitung
4,0 / 10
Ausstattung und Bedienung
5,0 / 10
Sprachqualität
5,0 / 10
Akkulaufzeit
6,0 / 10
Multimedia
Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde netzwelt leihweise von Wiko für mehrere Wochen zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

7
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Bestenlisten

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Smartphone
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Wiko Rainbow Lite - Specs: Die technischen Daten im Überblick

Die nachfolgende Tabelle zeigt euch die wichtigsten technischen Daten des Wiko Rainbow Lite im Überblick. Eine detaillierte Auflistung findet ihr im technischen Datenblatt, um das Wiko Rainbow Lite mit anderen Smartphones zu vergleichen besucht unseren Handy-Vergleich.

Prozessor MediaTek MT6582
Display LCD IPS Color (16M) 480x854px (5.0") 196ppi
RAM 1 GB
Gerätespeicher 8 GB
Akku 2.000 Milliamperestunden
Hauptkamera 5 Megapixel
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