WLAN-Repeater im Test: 5 Modelle im Vergleich

Geräte von AVM, Belkin, D-Link, Netgear, Conrad

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von Alexander Zollondz
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Handliche WLAN-Repeater verlängern das Funknetz auch in Bereiche, wo der Router keine Chancen mehr hat. Netzwelt hat fünf Geräte dieser Kategorie unter die Lupe genommen. Unser Vergleichstest sagt, welches Modell das beste für euch ist und gibt Tipps für den Einsatz eines Repeaters im Netzwerk.

Überall Internet: WLAN-Repeater erweitern den Netzzugriff dort, wo der Router nicht mehr hinkommt.
Überall Internet: WLAN-Repeater erweitern den Netzzugriff dort, wo der Router nicht mehr hinkommt. (Quelle: netzwelt)

Inhaltsverzeichnis

  1. Frequenzbereich
  2. Testszenario
  3. Installation
  4. Durchsatz
  5. Einsatzbereiche und Aufstellung
  6. Fazit
  7. Tipps und Tricks für den Einsatz eines WLAN-Repeater

Kabellos im Internet surfen ist eine feine Angelegenheit. Blöd nur, wenn das WLAN-Signal am Arbeitsplatz oder in einigen Zimmern in den eigenen vier Wänden zu schwach ist. Eine Hilfe in solchen Fällen bieten WLAN-Repeater: Die handlichen und flexibel in jeder Stromsteckdose einsetzbaren Geräte erweitern das Funknetz - und machen es damit auch in entlegenere Winkeln der Wohnung erreichbar.

Fünf solcher WLAN-Repeater testete netzwelt - im Testparcours landete der AVM Fritz! WLAN Repeater 300 E, der Belkin N600, der D-Link AC750 und der Netgear AC750 sowie ein Repeater von Conrad Electronic. Die Modelle von AVM, Netgear und Conrad ermöglichen auch den Betrieb des Repeaters als Access Point per LAN. Das Gerät stellt dann einen gesonderten WLAN-Hotspot für den Internetzugang her. Wir beschränkten uns auf den Test des Repeater-Modus.

Fritz!WLAN Repeater 300E

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Frequenzbereich

Alle Geräte bis auf das Modell von Conrad arbeiten im 2,4- und 5- Gigahertz-Frequenzbereich. Letzteres bietet sich an, weil das 2,4-Gigahertz-Netz in der Regel überschwemmt wird von WLAN-Geräten. Bis auf das AVM-Gerät funken alle Modelle simultan in beiden Frequenzbereichen, beim Fritz!Box 300E muss man dies manuell umstellen.

Die Modelle von D-Link und Netgear arbeiten auch mit dem schnellen WLAN-Standard ac im 5-Gigahertz-Netz. Weil viele Notebooks, PCs, Smartphones oder Tablets noch über keinen Netzwerkadapter verfügen, der den Standard unterstützt, testeten wir die ac-Qualitäten der Repeater zusammen mit dem Adapter Wireless-AC 1200 von Asus. Das ist ein handlicher USB-Stick, der Notebooks oder auch PCs mit den Turbo-WLAN ausrüstet. Als Router verwendeten wird den ac-Router Netgear R7000 mit drei Funkantennen.

Testszenario

Netzwelt testete den Durchsatz der Repeater im entlegenen Winkel in rund 25 Metern Distanz zum WLAN-Router. Das Notebook befand sich rund drei Meter entfernt zum Verstärker. Um sicherzugehen, dass der Datenverkehr auch über den Repeater läuft, gaben wir ihm einen eigenen Namen. Dafür sind alle WLAN-Verstärker ausgerichtet.

Alle Repeater bis auf das Modell von D-Link kann man übrigens auch per LAN mit dem Netzwerk verbinden, etwa per Verbindungsdose in der Nähe. Den Durchsatz per Kabel testeten wir jedoch nicht. Die Geräte von Conrad und Belkin sind für Fast Ethernet ausgelegt, die Repeater von AVM und Netgear übertragen am Netzwerkanschluss Gigabit-Geschwindigkeiten.

Modell D-Link Wireless AC 750 (DAP-1520) Belkin N600 Dual-Band Conrad WLAN-Repeater Netgear AC750 (EX 6100) Fritz!WLAN Repeater 300E
Anschlüsse - 1xLAN (RJ45) 1xLAN (RJ45) 1xGigabit-LAN 1xGigabit-LAN
Bedienung WPS- und Reset-Taste WPS- und Reset-Taste WPS- und Reset-Taste Ein/Aus-, WPS- und Reset-Taste, Schalter Access Point/Extender WPS- und Reset-Taste
Einrichtung Browser oder QRS Mobile-App (iOS/Android) Browser Browser Browser Browser
WLAN-Technologie 802.11ac/n/g/b/a 802.11n/g/b/a 802.11 n/g/b 802.11ac/n/g/b/a 802.11n/g/b/a
WLAN-Band Dual-Band
(2,4/5 GHz)
Dual-Band
(2,4/5 GHz)
2,4 GHz Dual-Band
(2,4/5 GHz)
Dual-Band
(2,4/5 GHz)
Antennen 2x 2x keine Angabe 2x keine Angabe
Durchsatz 26,48 MBit/s
(2,4 GHz),
41,84 MBit/s
(5 GHz),
59,92 MBit/s
(5 GHz/ac)
20,08 MBit/s
(2,4 GHz),
43,68 MBit/s
(5 GHz)
355 KBit/s 28,56 MBit/s
(2,4 GHz),
54,4 (5 GHz),
58,96 MBit/s
(5 GHz/ac)
28,72 MBit/s
(2,4 GHz),
88 MBit/s
(5 GHz)
Leistungsaufnahme (Mittelwert) 2,0 Watt 1,5 Watt 0,5 Watt 1,5 Watt 1,7 Watt
Preis (Straße) ca. 45 Euro ca. 68 Euro ca. 20 Euro ca. 58 Euro ca. 44 Euro

Installation

Bei allen Modellen erlaubt das Wi-Fi Protected Setup (WPS) die Installation per Knopfdruck. Alternativ erledigt man die Einrichtung mit einem Konfigurationsassistenten manuell über die Web-Bedienoberfläche. D-Link bietet auch mit der QRS Mobile-App für iOS und Android auch eine Einrichtungsmöglichkeit per Smartphone oder Tablet.

Wer das Gerät manuell installiert, muss zuerst Kontakt zum lokalen Hotspot des Repeaters aufnehmen. Anschließend übergibt man dem Gerät wichtige Informationen der WLAN-Basis – das Passwort für das Funknetz und die Funkfrequenz, auf welcher der Verstärker arbeiten soll. Anschließend nimmt der Repeater eine Verbindung zur Basis auf. Das gelang im Test bei allen Geräten schnell und reibungslos.

Wenn es Probleme bei der Installation gibt oder hinterher administrativ eingegriffen werden soll - etwa bei der Einrichtung eines neuen WLAN-Passworts -, ist eine Erreichbarkeit der Benutzeroberfläche komfortabel. Das unterstützen alle Modelle.

Durchsatz

Wunder darf man von den WLAN-Repeatern nicht erwarten. Im Einsatz geht es darum, überhaupt noch eine Funkverbindung hinzubekommen, wenn kaum noch ein Signal zur Verfügung steht. Im 2,4 GHz-Netz zeigten die Geräte im Testfeld aber schon einen annehmbaren Durchsatz von 20 bis 30 Megabit pro Sekunde, damit ist schon HD-Streaming möglich. Eine Ausnahme machte der Conrad WLAN-Repeater, der in unserem Testszenario nicht über 355 Kilobit pro Sekunde hinauskam. Befindet sich der Verstärker näher zur Basis, kann man aber locker mehr als 20 Megabit pro Sekunde erreichen.

Beim Einsatz im 5 Gigahertz-Band ergaben sich Durchsatzwerte von 40 bis rund 90 Megabit pro Sekunde. Auffallend ist, dass der neue WLAN-Beschleuniger ac zwar Verbesserungen, aber nicht auffallend hohe lieferte gegenüber dem n-Funkstandard. Der Fritz!WLAN Repeater 300 E etwa, das Gerät mit dem besten Durchsatz im Testfeld, unterstützt WLAN nach ac nicht, schaufelte aber im 5 GHz-Band satte 88 Megabit pro Sekunde durch die Leitung. Der Abstand zum best gemessenen Durchsatz per WLAN ac liegt bei knapp 30 Megabit pro Sekunde.

Einsatzbereiche und Aufstellung

Die Aufstellung des WLAN-Repeaters ist abhängig von der Durchdringung der Wohnung mit dem Funksignal des Routers. Zur Überprüfung, wie die Versorgung in den eigenen vier Wänden aussieht, empfiehlt sich die etwa die kostenlose Software Ekahau HeatMapper. Das Programm misst die Signalstärke des Funknetzes - dazu wandert mit einem Notebook in der Hand durch die Wohnung. Das Resultat ist eine Heatmap, die die Stärke des WLAN an den gemessenen Stellen anzeigt. Die Installation des Repeaters sollte dann ungefähr genau zwischen Router und dem zu verbindenden Gerätschaften erfolgen - an einer Stelle, wo das Signal noch, aber schon schwächer als in direkter Nähe zur Basis vorhanden ist.

Fazit

Der Einsatz der WLAN-Repeater kann sich lohnen, wenn das Funksignal zu schwach ist. Mit den neuen Modellen erreicht man Durchsatzwerte, die fürs HD-Streaming ausreichen. Glanzlicht ist der Fritz!WLAN Repeater 300 E mit satten 88 Megabit pro Sekunde. Leider bietet er kein Simultanbetrieb im 2,4- und 5 GHz-Netz. Als Alternative taugen die Modelle von Belkin, Netgear oder D-Link, zumal alle Repeater recht sparsam arbeiten. Nur der WLAN-Repeater von Conrad fiel im Test mit seinem schwachen Durchsatz durch.

Nicht immer ist jedoch gleich ein Repeater notwendig. Mit ein paar einfachen Tipps steigert ihr auch ohne viel Geld auszugeben, die Reichweite eures WLANs. Zur Weiterleitung des Internetsignals eignet sich auch die Stromleitung. Wir haben daher auch diverse Powerline-Adaptern für euch miteinander verglichen.

Conrad WLAN-Repeater

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Tipps und Tricks für den Einsatz eines WLAN-Repeater

Funknetze haben eine blöde Eigenschaft: Pro Zeiteinheit über ein WLAN-Hotspot nur ein Datensignal gesendet werden. Für den Einsatz der WLAN-Repeater bedeutet dies: Zuerst sendet der Router ein Datenpaket an den Repeater, dann der Repeater an ein angeschlossenes Gerät. Danach geht der Vorgang bei Bedarf wieder von vorne los. Der Durchsatz der Funkstrecke wird durch die doppelte Belegung aber gemindert.

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Cross-Band nutzen

Das muss nicht sein. Die Lösung nennt sich Cross-Band oder auch Fastlane. Cross-Band nutzt die Tatsache aus, dass moderne WLAN-Repeater in zwei verschiedenen Bändern gleichzeitig funken können. Die Verbindung zwischen Repeater und Router etwa kann im 2,4 Gigahertz-Funknetz erfolgen, die Kontaktaufnahme vom Zielgerät zum Repeater im 5 Gigahertz-Bereich. Durch diesen Parallelbetrieb auf zwei unterschiedlichen Frequenzen vergrößert sich theoretisch die Bandbreite.

Standort mit Bedacht wählen

Wie für den WLAN-Router gilt, gilt auch für den Repeater: Besitzer sollten den richtigen Standort für das Gerät wählen, sodass der Einfluss von Störungen reduziert wird. Die Installation des Repeaters sollte zwischen Router und dem zu verbindenden Gerätschaften erfolgen - an einer Stelle, wo das Signal noch, aber schon schwächer als in direkter Nähe zur Basis vorhanden ist.

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Dieser Artikel wurde mit den Schlagworten Netzwerk, Router, WLAN und Heimnetzwerk versehen.

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