WLAN-Reichweite erhöhen: Mit diesen 10 Tipps verbessert ihr den Empfang

Standort, Router, Kanäle und Bänder

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von Dirk Hottes
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Überall in euer Wohnung habt ihr vollen WLAN-Empfang, nur ausgerechnet auf dem Sofa ist die Verbindung schwach? Das muss nicht sein. Netzwelt verrät euch zehn einfache Tipps mit denen ihr euer WLAN optimieren und die Reichweite eures WLAN-Netzes deutlich erhöhen könnt.

Ein WLAN ist praktisch. Es erspart euch die Verkabelung euer Endgeräte mit dem Router und ermöglicht es mehrere Geräte gleichzeitig mit dem Internet zu verbinden. Doch das Funknetzwerk ist anfällig für Störungen. Benachbarte Netzwerke oder falsche Einstellungen können Reichweite und Geschwindigkeit eures WLANs deutlich senken.

Inhaltsverzeichnis

  1. WLAN-Killer: Ursachen für schlechte WLAN-Verbindungen
  2. 1. Tipp: WLAN-Netze in der Umgebung durchmessen
  3. 2. Tipp: Router-Standort optimieren
  4. 3. Tipp: WLAN-Kanal ändern
  5. 4. Tipp: Antennen tauschen
  6. 5. Tipp: Antennen richtig ausrichten
  7. 6. Tipp: Störungen durch Wechsel auf das 5-Ghz-Band reduzieren
  8. 7. Tipp: Firmware aktualisieren
  9. 8. Tipp: WLAN-Repeater zur Signalverstärkerung
  10. 9. Tipp: Mesh-Netzwerk
  11. 10. Tipp: Powerline-Adapter als WLAN-Brücke

WLAN-Killer: Ursachen für schlechte WLAN-Verbindungen

Bricht die Datenrate ein, ist die Reichweite geringer als gedacht oder es kommt keine Verbindung zustande? Will das Funknetz nicht so, wie ihr es wollt, sind häufig die physikalischen Eigenschaften elektromagnetischer Wellen oder von Baumaterialien die Ursache. Um wieder Herr der (Funk-)Lage zu werden, solltet ihr wissen, welche physikalischen Störfaktoren eine Rolle spielen können. Netzwerk-Probleme, etwa mit der IP-Adresse, könnt ihr mit unserem WLAN-Problemlöser beseitigen.

Das von WLAN, Bluetooth und anderen Funkstandards genutzte "unregulierte Frequenzband" um 2,4 Gigahertz wurde bei allen Frequenz-Vergabeverfahren ausgespart, weil es sich eigentlich für Funkübertragungen nur sehr schlecht eignet. 2,4 Gigahertz ist nämlich die Resonanzfrequenz von Wasser.

Darauf solltet ihr achten

Auf die folgenden Dinge solltet ihr beim Optimieren eures WLAN-Netzes achten

  • Beton- und Ziegelwände
  • Pflanzen und Wasserleitungen
  • Mikrowellen und Funk-Kameras
  • Fremde WLANs
  • Andere funkbasierte Systeme (bspw. Sonos)

Aus diesem Grund arbeiten auch Mikrowellenherde auf dieser Frequenz und können andere 2,4-Gigahertz-Signale stören. Ebenso lässt sich so erklären, warum Pflanzen sehr effektive WLAN-Blocker sind - nämlich wegen des in ihnen enthaltenen Wasseranteils. Und aus demselben Grund können sogar Regen und Schnee die WLAN-Reichweite reduzieren.

Beton- oder Ziegelwände mit hohem Feuchtigkeitsanteil stören ein WLAN stärker als trockene Baumaterialien wie Gips oder Schaumstoff. Bei Holz und anderen Materialien hängt das Abschirmungsverhalten davon ab, wie hoch ihr Wasseranteil ist. Aber auch Metall und Stahl sind für WLAN-Funkwellen ungünstig, weil sie elektromagnetische Wellen blockieren. Und sogar Glasflächen beeinflussen die Signale, weil sie die Funkwellen zum Teil reflektieren. Insbesondere bei langen Fluren mit einer großen Glasfront auf einer Seite kann dieser Effekt beobachtet werden.

1. Tipp: WLAN-Netze in der Umgebung durchmessen

Probieren geht über Studieren? Nicht wirklich, zumindest bietet sich hier tatsächlich erstmal das Studieren an. Für alle späteren Schritte ist es wichtig zu wissen, auf welchem Kanal das eigene Netz funkt, wie die Nachbar-Netze eingestellt sind oder ob der Router-Standort optimal ist. Deswegen solltet ihr zu Beginn der Fehlerbehebung erstmal alle WLANs in der Umgebung durchmessen. Wir haben uns hierfür drei WLAN-Analyse-Tools angeschaut und zeigen euch, wie ihr damit die WLAN-Signalstärke messen könnt.

2. Tipp: Router-Standort optimieren

Die einfachste Möglichkeit, die WLAN-Reichweite zu optimieren, stellt die korrekte Platzierung des Routers dar. Viele Nutzer stellen den Router direkt neben dem DSL-Anschluss auf, doch dies ist nicht immer optimal. In einem separaten Artikel verraten wir euch, wie ihr den richtigen Standort für euren WLAN-Router findet.

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3. Tipp: WLAN-Kanal ändern

Eine weitere Möglichkeit den Empfang zu verbessern ist, den Kanal zu ändern auf dem euer WLAN-Router funkt. Die meisten WLAN-Basisstationen stellen 13 Kanäle von Nummer 1 bis Nummer 13 zur Wahl. Diese Kanäle überlappen sich aufgrund ihrer Bandbreite teilweise gegenseitig und es kommt zu Störungen. Abhilfe schafft hier das Wechseln des WLAN-Kanals. Wie das mit wenigen Handgriffen erledigt wird, zeigen die folgenden Artikel:

4. Tipp: Antennen tauschen

Viele Router erlauben die Antennen auszutauschen. So könnt ihr die mitgelieferten Exemplare durch wesentlich stärkere Modelle ersetzen. Wir haben für euch in unserem Beitrag "WLAN-Antennen: Signalstärke und Empfang verbessern" aufgeführt, welche Antennen ihr einsetzen könnt und für welche Einsatzgebiete diese gedacht sind.

Bietet euer Router-Hersteller keine stärkeren Antennen, könnt ihr womöglich auf Angebote von Drittanbietern zurückgreifen. Informiert euch in diesem Fall aber auf jeden Fall über Kompatibilität und ob durch den Austausch eure Garantie verloren geht. Beachtet zudem die gesetzlichen Bestimmungen in Deutschland.

5. Tipp: Antennen richtig ausrichten

So richtet ihr die Antennen eures Routers richtig aus.
So richtet ihr die Antennen eures Routers richtig aus.

Die richtige Ausrichtung der Routerantennen kann ebenfalls deutliche Empfangsverbesserungen bringen - ihr kennt das vom Radio. Moderne Router besitzen oft drei Antennen. Diese sollten so ausgerichtet werden: eine Antenne vertikal nach oben, eine Antenne horizontal nach vorne, die dritte Antenne horizontal zur Seite.

Bei zwei Antennen sollte eine Antenne horizontal und die zweite vertikal ausgerichtet werden. Insgesamt sollten die Antennen immer voneinander wegzeigen. So erreicht ihr eine gleichmäßige Ausbreitung des WLAN-Netzes.

6. Tipp: Störungen durch Wechsel auf das 5-Ghz-Band reduzieren

Nicht nur fremde Funknetze stören euer WLAN-Signal, auch elektronische Geräte wie Mikrowelle, DECT-Telefon und Co bringen euer WLAN-Netz aus dem Takt. Der Grund: Die meisten Router senden ab Werk ihr Signal auf dem 2,4-Gigahertz-Band aus. Auf dieser Frequenz funken aber auch andere elektronische Geräte. Besser ist daher ein Wechsel auf das 5-Gigahertz-Band - auf dem deutlich weniger "Funkverkehr" herrscht. Beachtet jedoch: Nicht alle Router und vor allem nicht alle Endgeräte unterstützen derzeit 5-Gigahertz-WLAN-Netze.

Gleiches gilt übrigens auch umgekehrt: Habt ihr ein WLAN beispielsweise auf 2,4 und 5 Gigahertz am Laufen, kann das Abschalten des 5 Gigahertz Netzes zu spürbaren Verbesserungen führen. In beiden Fällen bietet es sich an, zunächst auf ein Band zu setzen und dieses zu beobachten.

7. Tipp: Firmware aktualisieren

Eine Aktualisierung der Firmware des Routers oder der Endgeräte kann ebenfalls die Qualität des Netzwerks verbessern. In der Webkonfiguration aller gängigen Router findet ihr hierfür einen Menüpunkt. In einem separaten Artikel erklären wir euch, wie ihr ein Firmwareupdate mit der Fritz!Box macht.

8. Tipp: WLAN-Repeater zur Signalverstärkerung

Eine sinnvolle und kostengünstige Alternative stellen WLAN-Repeater dar. Bei der Anschaffung müsst ihr mit circa 50 bis 100 Euro rechnen, je nachdem, welches Gerät ihr nutzen wollt und ob dieses noch weitere Funktionen beinhaltet. Ihr könnt mit einem WLAN-Repeater beispielsweise auch das Kabelsignal verlängern oder kabelgebundene Geräte daran anschließen.

Nutzt ihr eine Fritz!Box, nutzt ihr idealerweise einen Fritz!Repeater, gleiches gilt für andere Hersteller. Der Vorteil ist die deutlich bessere Integration in die bestehende Netzwerkstruktur und vor allen Dingen die besseren Wartungsoptionen. Bei der Fritz!Box beispielsweise klappt die Integration mit einem Tastendruck auf den WPS-Knopf, danach taucht dieser in der Weboberfläche der Fritz!Box auf und lässt sich darüber konfigurieren. Das klappt mit beliebig vielen Repeatern, wobei bei den meisten wahrscheinlich ein Signalverstärker ausreicht, zwei oder mehr werden nur in extrem großen Gebäuden benötigt.

9. Tipp: Mesh-Netzwerk

Eine Alternative zum Repeater sind WLAN-Systeme, die aus mehreren Routern bestehen - wie etwa Google Wifi oder Netgear Orbi. Hier werden mehrere Router im Haus verteilt. Diese bilden ein Netzwerk und kommunizieren untereinander. So werden Konfigurationen, SSID und ähnliches ausgetauscht. Man spricht in diesem Zusammenhang von einem Mesh-Netzwerk, wobei eine Fritz!Box mit entsprechenden Repeatern ähnlich funktioniert und sich auch genauso konfortabel konfigurieren lässt.

10. Tipp: Powerline-Adapter als WLAN-Brücke

Dringt euer WLAN-Signal so gut wie gar nicht zum gewünschten Einsatzort des Repeaters durch, kann dieser auch nichts verstärken. Natürlich könnt ihr jetzt ein Kabel an die Stelle verlegen und dort einen Access-Point installieren, das wird allerdings bei Mietwohnungen nicht machbar sein. Abhilfe schaffen hier Powerline-Adapter. Diese beziehen ihr Netzwerksignal über die vorhandene Stromleitung und fungieren als Access-Point in das bestehende Netzwerk.

Anders als beim WLAN-Repeater, der das bestehende WLAN "verlängert", agieren Powerline-Adapter als eigenständige Access-Points. Das ist erstmal nicht schlimm, kann aber beim Einsatz von WLAN und mehreren Adaptern zu mehreren WLAN-Netzen führen. Falls ihr nur ein sichtbares Netz (also eine SSID) haben möchtet, müsst ihr vorher prüfen, ob der Powerline-Adapter dies unterstützt. Bei der Fritz!Powerline nennt sich diese Funktion "WLAN-Brücke". Habt ihr diese aktiviert, werden Funknetzname und WLAN-Schlüssel übernommen. Danch stellt es für euch keinen Unterschied dar, ob ihr WLAN per Powerline, direkt über dem Router oder über einen Repeater bezieht.

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